Weihnachtsgottesdienst am Kleinen Kulm: Jesus als paradiesischer Türöffner
Himmlischer Schlüsseldienst

Einige Hundert Gläubige hatten sich am Kleinen Kulm eingefunden. Der Posaunenchor kümmerte sich um die Gestaltung. Bilder: ww
Lokales
Neustadt am Kulm
30.12.2014
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Der Schnee kam einen Tag zu spät. Aber auch im Grünen erlebten einige hundert Besucher am Kleinen Kulm einen stimmungsvollen Weihnachtsgottesdienst. Die evangelische Gemeinde hatte am ersten Feiertag zum Gottesdienst unter freiem Himmel eingeladen. Die Besucher trafen sich am Marktplatz. "Wir feiern nicht in einer festlichen Kirche, sondern schlicht und einfach draußen, so Pfarrer Hartmut Klausfelder. "Damit sind wir nah am Geheimnis von Weihnachten." Auch Jesus sei beinahe draußen, im Stall, zur Welt gekommen.

Im Fackelschein ging es zum Kleinen Kulm. Dort warteten knisternde Lagerfeuer und der Posaunenchor um Jutta Mayer. In der Predigt stellte Klausfelder ein Bild aus dem Choral "Lobt Gott ihr Christen alle gleich" in den Mittelpunkt: "...der heut schließt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn," Durch Jesu Geburt werde die Tür weit aufgetan, die seit dem Sündenfall verschlossen war und von einem Engel mit dem Flammenschwert bewacht werde. "Endlich wird die Tür zum Paradies geöffnet. In den wenigen Weihnachtstagen schaffen wir es, einen Hauch von paradiesischer Stimmung auf die Erde zu bringen."

Wer sich aussperrt, ist froh, wenn er einen Ersatzschlüssel bei Bekannten deponiert hat. "Jesus ist sozusagen der Ersatzschlüssel, der uns die Tür zum Paradies aufsperrt." Wenn man so will, so der Pfarrer, habe Jesus den Schlüssel zum Paradies an die Kirchen weitergegeben. "Wenn du dich aus dem Paradies ausgesperrt hast, ist eine Kirche und ein Seelsorger in der Nähe, der dir helfen kann. Seine Predigt schloss der Pfarrer mit einem Luther-Zitat: "Wer Gott erkennen will, der schau in die Krippe. Da wirst du lernen, wer Gott sei. Darum lasse das Spekulieren und flattere nicht hoch. Bleib hienieden bei der Krippe und den Windeln, darin Christus liegt, der Krippenherr und Windelfürst. Er säugt an der Mutter Brust und isst den Brei. Da findest du Gott ganz gewiss, und dein Herz wird fröhlich sein."

"O, du fröhliche", vorgetragen vom Posaunenchor, beendete den außergewöhnlichen Gottesdienst. Weil der Wind den Besuchern um die Ohren pfiff, kam das Glühwein-Angebot des Posaunenchores hervorragend an.
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