Ziegen auf Heimaturlaub

Die "Neisteeder Gaasbeckla" begeisterten mit Schuhplattlern. Sie ließen sich ihren Auftritt trotz des Regens nicht nehmen.
Lokales
Neustadt am Kulm
05.10.2015
72
0

Nach einem Sommer auf dem Kleinen Kulm, war es für die Ziegen an der Zeit, in den heimischen Stall zurück zu kehren. Der Obst- und Gartenbauverein nahm den Almabtrieb zum Anlass für eine zünftige Feier auf dem Marktplatz.

Zunächst sah es so aus, als würden die Zuschauer wegen des tristen Wetters ausbleiben. Dies änderte sich jedoch, als der Almabtrieb näher kam. Die Zuschauer strömten förmlich zum Kleinen Kulm und säumten den oberen und unteren Marktplatz. Rund 2000 Zuschauer wollten sich das Spektakel trotz strömenden Regens nicht entgehen lassen.

An den Nummernschildern der Autos, von Bayreuth bis Weiden, Neumarkt und Nürnberg bis nach Hof, war abzulesen, dass das Fest einen Namen in ganz Nordbayern besitzt. In seinen Grußworten am Fuße des Kleinen Kulm zeigte sich Vorsitzender André Dietrich optimistisch, dass die Veranstaltung trotz Regens zu einem Erfolg werden würde. Die Voraussetzung hatten die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins und viele Helfer geschaffen, indem sie den unteren Marktplatz festlich geschmückt und das Spektakel organisiert hatten.

Pfarrer Hartmut Klausfelder hatte die Veranstaltung auf dem kleinen Kulm mit einem Gebet und dem Segen Gottes eröffnet. Gerhard Kreutzer, Heinz Schmidt (beide aus Speichersdorf), Regina Ullman (Brand), Barbara Gottinger (Kirchenthumbach), Eva Schlosser (Göppmannsbühl) und Ernst Eibisch (Kaibitz) hatten die Besucher mit ihren Fichtenhörnern zuvor begrüßt.

Neun geschmückte Ziegen

Monika Miedel und Pamela Petzl hatten den Schmuck für die neun Ziegen angefertigt. Mit ihm begaben sich die Tiere auf den Festzug zum Festplatz. Angeführt wurde er von den Musikanten Herbert Kiefer aus Feilersdorf, Herbert Storek aus Kemnath und Manfred Wilfling aus Filchendorf. Auch die "Stacheligen Kulmkids" - die jüngsten Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins - waren im Zug vertreten.

Mit den in Trachten gekleideten Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins, der Holunterkönigin Teresa Nickl aus Speinshart und ihren "Leiterwechela" gaben die Kleinen dem Zug eine besondere Note. Gegen die Kälte verteilten die Mitglieder des Vereins Stamperl an die Besucher. Angeführt von Oberziegenführer und Bürgermeister Wolfgang Haberberger wurden die Tiere auf dem Festplatz in ein kleines Gatter gesperrt.

Werbung für die Region

Vorsitzender André Dietrich und Bürgermeister Wolfgang Haberberger begrüßten die Festgäste. Ein besonderer Gruß galt Landrat Andreas Meier und der Holunderkönigin. Haberberger freute sich, dass trotz des Regenwetters so viele Zuschauer den Weg nach Neustadt am Kulm gefunden hatten. Landrat Andreas Meier hob die große Mühe und die hervorragende Organisation der Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins hervor und sprach von einem "tollen und einmaligen Event, bei dem zugleich Werbung für regionale Produkte betrieben werde".

Das vom Obst und Gartenbauverein zusammengestellte Rahmenprogramm rundete die gelungene Veranstaltung ab. Allerdings musste das Programm aufgrund des Regens etwas abgespeckt werden. So verzichtete die Volkstanzgruppe Plössen und die Rock'n'Roll-Gruppe auf ihren Auftritt, da der Boden der Bühne durch den Regen zu rutschig war.

Nicht nehmen ließen sich die "Neisteeder Gaasbeckla" ihren Auftritt. Mit dem "Watschenplattler" und den Liedern "Rock me" und "Haberfeldtreiber" begeisterten sie die Besucher. Auch für das leibliche Wohl hatten die Organisatoren gesorgt. Auf die Besucher warteten 64 Torten und Kuchen und 50 Kücheln. Zudem wurden Fisch und Lachs, Suppen und Aufstriche, Steaks und Bratwürste, Pizzen und verschiedene Brote serviert. Besonders freuten sich die Gäste über ein gegrilltes Wildschwein.

Für die Ziegen gab es jede Menge Streicheleinheiten und frisches Obst. Ein Bauernmarkt rundete das Angebot ab. Es wurden Waren aus der Region zum Verzehren, zum Verarbeiten oder zum Dekorieren wie Handarbeiten, Obst- und Gemüse, verschiedene Liköre und Schnäpse sowie Mühlenartikel wie Mehle, Dinkel, Nudeln und weitere Naturkostwaren angeboten. Zu bestaunen gab es Drechselarbeiten. Josef Wartinger - gelernter Schmied aus Ebnath - stellte mit seinem Sohn am Schmiedefeuer typische Schmiedearktikel her.

Fortsetzung folgt

Auch die "Stacheligen Kulmkids" waren mit einem Stand vertreten und boten Bastelarbeiten, Obst und Gemüse, Feldfrüchte, Marmeladen und Gelees sowie selbst zubereitete Liköre an. Eines ist für die Organisatoren sicher: Auch im kommenden Jahr wird es wieder einen Almabtrieb geben. Bleibt nur zu hoffen, dass die Mühen der Organisatoren dann mit Sonnenschein belohnt werden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.