Demonstration in Neustadt am Kulm
Marktplatzanlieger wehren sich

Erstmals gab es in Neustadt am Kulm eine Demonstration. Die Interessengemeinschaft für den Erhalt des Marktplatzes der Ackerbürgerstadt Neustadt am Kulm hatte ihre Anhänger aufgerufen, für den Erhalt des Marktplatzes zu demonstrieren. Zirka 100 Bürger folgen diesem Aufruf und zeigten mit Transparenten ihren Unwillen über die Entscheidung des Stadtparlaments, das Stadtzentrum neu zu gestalten.
Politik
Neustadt am Kulm
25.11.2016
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Ein Großteil der Bewohner am Marktplatz lehnt die geplante Neugestaltung des Marktplatzes ab. Ihren Unwillen darüber zeigten sie am Donnerstagabend bei der ersten Demonstration vor dem Rathaus.

(ow) Den Zeitpunkt hatten die Organisatoren der Interessengemeinschaft (IG) der Marktplatzanlieger bewusst gewählt. Während vor dem Rathaus des Volkes Stimme lautstark ertönte, war fast zur gleichen Zeit im Rathaus die monatliche Stadtratssitzung angesetzt. Circa 100 Bürger hatten sich 30 Minuten vor Beginn der Sitzung vor dem Rathaus versammelt und forderten eine Umplanung der Marktplatzsanierung in ihrem Sinne. Besonders laut wurde es, als einzelne Stadträte das Gebäude zur angesetzten Sitzung betraten.

In kurzen Ansprachen erläuterten Christa Tschirschnitz, Hermann Pühl und Theo Tschirschnitz ihre Vorstellungen von einer Marktplatzsanierung. Dabei wurde klar, dass keine Veränderungen gewünscht sind. Das historische Stadtbild mit dem Marktplatz sollte erhalten bleiben. Die Einteilung und Gliederung des Stadtzentrums sowie die Straßenführung sollten bleiben. Kritik gab es auch über die geplante Verlegung der Kreisstraße. Mit einer Einbahnstraßenführung entlang der Häuser ist die Interessengemeinschaft nicht einverstanden. Besonders die Landwirte befürchten hier eine Beeinträchtigung der Durchfahrt mit schweren Lasten. Außerdem wird eine Trennung in Wohnbereiche Sommer- und Winterseite befürchtet.

Drei Meter breite Gehsteige sind ein Luxus und werden von den meisten Anliegern nicht gewünscht. Bereits teilweise hochwertige historische Beläge sollen wieder eingebaut werden. Die Parksituation sei zurzeit optimal und bedürfe keiner Änderung. Es gebe ausreichend Parkplätze für die Anlieger vor ihren Häusern, für Besucher der Kulmstadt steht noch ausreichend Parkraum zur Verfügung.

76 Prozent dagegen


Zwischen den Reden machten die Demonstranten mit Lärm aus Pfeifen und Ratschen auf sich aufmerksam. Dabei schwenkten sie die mitgebrachten Transparente, auf denen die wichtigsten Forderungen zu lesen waren.

Diese Forderungen trugen die Demonstranten auch akustisch vor. "Bürgerwillen respektieren", "Sanierung statt Neugestaltung" oder "Erhaltet die Freizügigkeit auf dem Marktplatz" waren zu lesen und zu hören.

Kurz vor der Demonstration hatten die IG-Mitglieder den Bürgermeister und die Stadträte in einem Brief ihren Protest über die Neuplanung gegen den Willen der Mehrheit der Anwohner noch einmal mitgeteilt. Dies dokumentierten sie mit einer beglaubigten Kopie einer Unterschriftenliste, wonach im August 76 Prozent der Marktplatzanwesen mit über Hundert Unterschriften die Forderungen der IG unterstützen. In der parallel zur Demonstration verlaufenden Stadtratssitzung war die von unten laut zu hörende Protestaktion natürlich Thema. Ein Bericht darüber folgt.

Erhaltet die Freizügigkeit auf dem Marktplatz.Schild und Ruf eines Demonstranten
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