Gerhard Dollhopf tritt zurück
Gesicht der Dorferneuerung

Das neue Dorfhaus ist ein richtiges "Schmuckkästchen". Großen Anteil daran hat Georg Matthes (rechts). Zum Dank überreichte ihm Gerhard Dollhopf ein Bild, das die verschiedenen Phasen der Dorferneuerung zeigt.
Politik
Neustadt am Kulm
15.03.2016
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Respekt zollten Bürgermeister Wolfgang Haberberger (rechts) und Baudirektor Willibald Perzl (links) Gerhard Dollhopf. Als kleine Anerkennung für sein langjähriges Engagement überreichte ihm das Stadtoberhaupt einen Brotzeitkorb und seiner Frau Brigitte einen Blumenstrauß. Bilder: ow (2)

Ende des vergangenen Jahres hatte er es angekündigt, jetzt machte er es wahr: In der jüngsten Dorfversammlung erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dorferneuerung seinen Rücktritt.

Filchendorf. Gesundheitliche Gründe hatten Gerhard Dollhopf bewogen, dieses Amt abzugeben. Weiterhin wolle er aber die Arbeitsgemeinschaft als einfaches Mitglied unterstützen. Zu seiner Abschiedsversammlung begrüßte er neben den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft auch viele interessierte Dorfbewohner sowie Bürgermeister Wolfgang Haberberger und Baudirektor Willibald Perzl vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz.

Dollhopfs Rücktritt sorgte für eine längere Diskussion über einen potenziellen Nachfolger. Er hielt es für sinnvoll, wenn einer aus der jüngeren Generation des Vorstands die Leitung übernehmen würde. "Dass sie es können, haben uns die Jungen schon bei der Organisation des neuen Kinderspielplatzes bewiesen", erklärte er. Stadtrat Manfred Rix war der gleichen Meinung und erkundigte sich im Vorstand. Da keiner das Amt übernehmen wollte, wird stellvertretender Vorsitzender Harald Müller bis auf Weiteres kommissarisch die Arbeitsgemeinschaft leiten.

Dollhopf ließ die schon acht Jahre dauernde "Dorferneuerung Filchendorf" Revue passieren: Insgesamt wurden 69 Sitzungen und 8 Begehungen mit Behördenvertretern abgehalten. Angefangen hatte alles 2008, als der damalige Bürgermeister Rudi Lang die Filchendorfer zur ersten Dorfversammlung mit dem Thema "Dorferneuerung" einlud. Durch dieses staatliche Förderprogramm soll eine nachhaltige Verbesserung der Lebens-, Wohn-, Arbeits- und Umweltverhältnisse sowie die Verbesserung der Infrastruktur der ländlichen Ortschaften erreicht werden. Großen Wert legten die Verantwortlichen auf Bürgerbeteiligung.

Den Rat des Vertreters vom Amt für Ländliche Entwicklung, sich zu einer Klausurtagung in der Stützelvilla in Windischeschenbach zu treffen, nahm eine Gruppe von Dorfbewohnern an. Mit professioneller Unterstützung entwickelten die Teilnehmer die ersten Projekte. Eine Neugestaltung des Dorfzentrums stand von Anfang an im Mittelpunkt. Doch hier gab es Probleme mit dem Grunderwerb des Anwesens Lang. Die alte Dreschhalle wurde deshalb abgerissen, der umliegende freie Platz neu gestaltet. Die Sanierung des angrenzenden alten Feuerwehrhauses war ein weiter Teil dieser Maßnahme. Nach dem Kauf des Langgrundstücks wurden die dort stehenden Gebäude abgebrochen und ein neuer Kinderspielplatz angelegt. Im Anschluss daran entstand das neue Dorfhaus.

Ein Gesprächsthema im Dorf ist immer noch die neue Brücke am Scheckenhofer Weg. Mit dieser Billiglösung können sich viele Bewohner nicht identifizieren. Dollhopf lobte den Einsatzwillen vieler Filchendorfer, die sich mit Rat und vor allem mit viel Tat bei den einzelnen Projekten eingebracht haben. Ein besonderes Lob zollte er Georg Matthes, der das Dorfhaus maßgebend mitgestaltet hat: Er hat dort ein Drittel der geleisteten Stunden ehrenamtlich übernommen.

Bürgermeister Haberberger war auch nicht mit leeren Händen gekommen. Er bedauerte den Rücktritt des Vorsitzenden und dankte ihm für seinen Einsatz zum Wohle des Dorfes. Als kleine Anerkennung für die geleisteten Dienste überreichte er ihm einen Brotzeitkorb und seiner Frau Brigitte einen Blumenstrauß. Baudirektor Perzl lobte den unermüdlichen Einsatz des Scheidenden. Respekt habe er vor der großen Eigenleistung der Filchendorfer. Mit staatlicher Förderung, aber vor allem mit ortseigener Muskelkraft sei hier Großes geschaffen worden.
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