Stadtrat in Neustadt kritisiert Filialschließung
Sparkasse verliert Vertrauen

Wir erwarten zumindest den Betrieb eines Geld- und Kontoauszugsautomaten
Politik
Neustadt am Kulm
21.01.2016
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"Das haben die Bürger nicht verdient", hieß es am Dienstagabend in der Stadtratssitzung. Kopfschütteln und Unverständnis herrschte über die Entscheidung der Vereinigten Sparkassen, die Filiale in der Kulmstadt zu schließen (wir berichteten). "Wenigstens einen Geldautomaten hätte man uns lassen müssen", hieß es übereinstimmend, und ein Ratsmitglied raunte: "Auch der überwiegend aus Kommunalpolitikern bestehende Verwaltungsrat hat die Kollegen im Stich gelassen."

Von einer verärgerten Bürgerschaft berichtete auch Bürgermeister Wolfgang Haberberger. Kontraproduktiv sei die Entscheidung mit Blick auf die gewaltigen Anstrengungen der Stadt, Einwohnern und Besuchern das Wohnen und den Aufenthalt im Gebiet des Vulkankegels so angenehm wie möglich zu gestalten. "Wir investieren fünf Millionen Euro und mehr in die Marktplatzsanierung, erschließen ein neues Baugebiet und die Sparkasse rennt davon", kritisierte Haberberger. Darüber hinaus sei mit zusätzlichen Investitionen der Bürgerschaft in Millionenhöhe zu rechnen. Da lohne sich ein Verbleib in der Kulmstadt für das Kreditinstitut, urteilte der Rathauschef. Haberberger informierte die Räte über einen Antrag an Sparkassenchef Josef Pflaum, aus genannten Gründen die Schließungsabsichten noch einmal zu überdenken.

Wir erwarten zumindest den Betrieb eines Geld- und KontoauszugsautomatenWolfgang Haberberger mit der Sprechblase

Alternativ stellt sich der Bürgermeister den Betrieb eines Geld- und Kontoauszugsautomaten vor. Diese Meinung vertrat auch Reiner Kopp. Den von der Sparkasse angekündigten mobilen Service nannte Manfred Rix "eine Farce". Dieses Bank-Mobil erreiche nur selten die Arbeitnehmer, und die seien schließlich die wichtigsten Kunden. Als wenig ermutigend für das Innenstadtleben bezeichneten weitere Ratsvertreter den Sparkassen-Beschluss. Auf Anfrage von Helmut Schäffler über die künftige Verwendung der Sparkassen-Immobilie verwies der Bürgermeister auf die Beratung im nichtöffentlichen Teil der Sitzung.
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