Baustop in Neustadt am Kulm
Ein Loch am Tor zum Markplatz

Stillstand auf der Baustelle: Mindestens bis 21. Juni wird es bis zur Baugenehmigung dauern.
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Neustadt am Kulm
01.06.2016
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Wegen einer fehlenden Genehmigung geht an der Baustelle am Tor zum Marktplatz von Neustadt am Kulm nichts weiter. Weil auch der Denkmalschutz mitsprechen will, dauert die Zwangspause besonders lang.

Der Denkmalschutz sorgt mal wieder für Stirnrunzeln: Längst sollten Garagen den Gasthof "Zum Goldenen Löwen" ersetzt haben. Die Gaststätte ist verschwunden, doch seit vier Wochen tut sich nichts mehr auf der Baustelle, das Landratsamt hat die Arbeiten einstellen lassen. Dies bestätigt Sprecherin Claudia Prößl: Am 29. April schritt die Behörde ein, nachdem am 25. April ein Bauantrag für den Neubau einging.

Das Landratsamt beanstandet aber nicht nur den Neubau, auch der Abriss sei ohne Zustimmung erfolgt: "Das betroffene Baugrundstück liegt im sogenannten 'Nähebereich eines Denkmals' und neben dem denkmalschutzrechtlich geschützten Ensemble", sagt Prößl. Die "denkmalschutzrechtliche Erlaubnis zum Abbruch des Gebäudes lag nicht vor".

Kein Verständnis für die Argumente des Amts hat Bauherr Roland Lindner. Er ärgert sich über den Stillstand und zusätzliche Kosten für die angemieteten Baugeräte. Natürlich müsse er letztlich die Verantwortung tragen und er wolle öffentlich keine Schuldzuweisungen aussprechen. Dass er mit der Kommunikation mit den Behörden nicht glücklich ist, sei durchaus richtig.

Gar kein Verständnis hat er für die Einwände am Abriss. Den hat er schließlich mit dem Stadtrat abgeklärt. Dabei habe sich herausgestellt, dass das Gebäude nicht unter den Denkmalschutz fällt und auch nicht zum schützenswerten Ensemble Markplatz gehört. Von dem Begriff "Nähebereich eines Denkmals" habe er zuvor nichts gehört. Zudem habe er den Abriss noch im vergangenen Jahr beim Landratsamt angemeldet. Nachdem kein Einwand kam, fiel das Gasthaus im Februar.

Keinen Fehler am Abriss kann auch Bürgermeister Wolfgang Haberberger sehen. Er spricht von einer Einspruchsfrist von vier Wochen, die dem Landratsamt bleibt, um einen solchen Abriss zu verhindern. Haberberger glaubt auch nicht, dass der Neubau grundsätzlich ein Problem darstellt. Der Bauherr habe lediglich die schriftliche Genehmigung des Landratsamts nicht abgewartet. "Eine Zustimmung des Stadtrats ist keine Genehmigung, die kann nur das Landratsamt erteilen."

Das weiß der Bauherr und dennoch ging Lindner davon aus, dass der Neubau abgeklärt ist, schließlich hatte er seinen Antrag schon im März bei der Stadt eingereicht. Im Stadtrat habe er Lob erhalten, weil sich seine Pläne an den Nachbarbauten orientieren, zum Wohl des Ortsbildes. Das Okay des Landratsamts schien Formsache. Nun kommt der Denkmalschutz dazwischen. Am 21. Juni gibt es ein Gespräch zwischen der Baubehörde im Landratsamt und dem Denkmalamt. Haberberger rechnet dann mit der nachträglichen Genehmigung. Von der geht auch Bauherr Lindner aus - er habe dafür alle Bedingungen erfüllt.
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