Evangeilsche Gemeinde feiert bei Kerzenschein
Weihnacht auf dem Schulhof

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Neustadt am Kulm
28.12.2015
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Besondere Atmosphäre an einem besonderen Tag. Auf dem Schulhof und bei Kerzenschein feierte die evangelische Gemeinde in Neustadt am Christtag Weihnachten.

Der Vollmond leuchtete, dazu flackerten Schwedenfeuer und Kerzen: Stimmungsvoll feierte die evangelische Kirchengemeinde am ersten Weihnachtsfeiertag im Windschatten der Stadtkirche anstelle der Kulmweihnacht eine "Schulhofweihnacht". Mit den Liedern "Stille Nacht, heilige Nacht" und "Ich steh an deiner Krippen hier", leitete der Posaunenchor auf den Gottesdienst über.

Pfarrer Hartmut Klausfelders Sohn Michael trug die Weihnachtsgeschichte vor. Seiner Predigt hatte Pfarrer Klausfelder das Weihnachtslied "Nun singet und seid froh" zugrunde gelegt. Mit seinem Dudelsack stimmte der Pfarrer auf das mittelalterliche Lied aus dem 14. Jahrhundert ein. Man könne sich das Singen in den Gottesdiensten vorstellen, wie ein gemeinschaftliches Wiegen des göttlichen Kindes.

Das habe man damals in den Gottesdiensten durchaus wörtlich genommen. Bald wurde es üblich, ein schön angezogenes, meistens aus Wachs gefertigtes Christkind, in einer kleinen Wiege vor dem Altar aufzustellen und von Erwachsenen oder Kindern im Gottesdienst wiegen zu lassen. "Nun singet und seit froh", so der Pfarrer weiter, trug ursprünglich den Titel "In dulci jubilo" und wurde als lateinischer Wechselgesang komponiert. Das Lied hatte eine Art "Brückenfunktion" zwischen dem Priester und ihrer lateinischen Sprache und dem normalen Volk. Dabei wurde etwas von der Brückenfunktion deutlich, die das Jesuskind im Heilsplan Gottes spielt. Gott wird Mensch und überbrückt damit den Abstand zwischen Gottes Welt und der Menschenwelt.

Zu diesem Gott kann jeder noch so einfache Mensch hingehen. Im zweiten Vers des Liedes werde das Wiegenlied dann zur Liebeserklärung an das Jesuskind: "Dieses Kind in der Krippe kann man lieben. Vor diesem Gott bracht man keine Angst zu haben." Deshalb könne man auch sicher sein, dass einem Schuld und Sühne vergeben werden. Der vierte Vers weite den Blick: Die himmlische Herrlichkeit wird beschrieben, an Weihnachten sei sie auf die Erde gekommen. Ein Vorgeschmack was einem nach dem Tod erwarte: "Keine Finsternis, keine Hölle, stattdessen ein Ort voller Gesang und Freude, voller Leben und Lebendigkeit."

Mit dem Lied "O du fröhliche" endete der Gottesdienst. Anschließend ließen sich die Gottesdienstbesucher Glühwein und Lebkuchen, vor allem aber eine Gemüsesuppe schmecken. Pfarrer Hartmut Klausfelder dankte dem Kirchenvorstand und den vielen Helfern für die Vorbereitung und dem Posaunenchor um Karin Müller-Bayer für die Gestaltung.
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