Kleines Dorf feiert große Kirwa

Mit viel "Hau Ruck" und reiner Muskelkraft wurde der Kirwabaum von den Stärksten des Dorfes am Samstagnachmittag unter dem Kommando vom Plößner Sepp vor der Adam-Porsch-Halle aufgestellt.
Vermischtes
Neustadt am Kulm
26.10.2016
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Beim Kirwaumzug am Sonntagnachmittag zeigten sich die Kirwaboum und -madla von ihrer schönsten Seite. Unterstützt wurde sie vom Kirwanachwuchs mit ihrem Leiterwagerl. Mit musikalischer Begleitung durch die Weinwallfahrer zogen sie durchs Dorf. Bilder: ow (2)

Ein zünftiges Fest hatten die Kirwaboum und -madla am Wochenende veranstaltet. Zu den Höhepunkten gehörten das Aufstellen des Kirwabaumes, der Kirwa-Umzug - und vor allem die "Lach- und Sachgeschichten aus dem Dorfleben".

Filchendorf. (ow) Mit der Auswahl der Musikgruppen trafen die Organisatoren den Geschmack der Besucher. Der Donnerstag war in Bezug auf die Musik ein "Heimspiel": Beim Krenfleischessen im Feuerwehrhaus spielten die "Filchendorfer Weinwallfahrer" auf. Der Freitag gehörte der Jugend. Die Besucher wurden an diesem Tag bei der "Pirates-Pub-Party" in die "Karibik" entführt. Als Special gab es um Mitternacht eine "Captain-Happy-Hour". Höhepunkt war die "Super-Lasershow" von DJ Brucki.

Wikinger kehren zurück


"Wer hot Kirwa? Mir ham Kirwa", hallte am Samstagnachmittag durchs Dorf, als die Kirwaboum und -madla mit den "Filchendorfer Musikanten" den geschmückten Kirwabaum zum Festplatz brachten. Am Abend trieben die "Stoapfälzer Spitzboum" das Publikum schon nach kurzer Zeit auf Bänke und Tische. Die Weinwallfahrer begleiteten am Sonntag die Kirwapaare beim Kirwa-Umzug.

Viel Beifall gab es wieder bei den "Lach- und Sachgeschichten aus dem Dorfleben". Als Wikinger verkleidet, marschierten einige Akteure mit ihrem Wikingerboot durch die Halle zur Bühne. Dort angekommen, gab es viel zu erzählen. Die Zurückgekehrten erfuhren, dass während ihrer Abwesenheit einige Wikinger (Filchendorfer) mit der Rasenpflege so ihre Probleme hatten.

Der Vorsitzende der Siebenundzwanziger (Dorfweiherbesitzer) war beim Rasenmulchen mit seinem Mäher fast in den Weiher gerutscht und musste von einem Landwirt geborgen werden. Der Adjutant der Feuerwehr wollte seiner Tochter das Mähen beibringen. Das hat auch geklappt, bis sich ihr Haar in einem Busch verfing und der Rasenmäherbulldog alleine weiterfuhr.

Probleme mit dem Verreisen hatte ein Filchendorfer Stadtrat. Nicht nur, dass er immer zur Kirwa unterwegs ist, dieses Mal bemerkte er am Bahnhof, dass er den Reisepass vergessen hatte. Schnell fuhr er nach Hause und sah beim Zurückfahren schon von weitem den wartenden Zug. Leider war die Schranke zu und so wollte er durch das Gitter daneben schlüpfen. Dabei blieb dann aber der Koffer in den Stäben hängen. Der Bahnwärter sah dies, öffnete die Schranke und rettete den Urlaub.

Beim Bulldog-Oldtimertreffen vor einigen Wochen stellte die Schriftführerin der Feuerwehr die Teilnehmer mit ihren Traktoren vor. Einen roten Kopf bekam die junge Frau, als sie vorlas "Dieser Bulldog hat als Besonderheit eine Pritschn vorne dran". Erzählt wurde auch, dass beim neuen Dorfhaisl was los war. Bei einer Geburtstagsparty feierten die Gäste bei lauter Musik bis spät in die Nacht und die Anlieger konnten nicht schlafen. Ein Kaffeetreff der Dorffrauen lief wenig später fast außer Kontrolle. Wegen der angebotenen Pizzen musste auch ein Rotwein her. Der mundete so gut, dass die letzten und etwas älteren Gäste erst am nächsten Morgen irgendwie wieder nach Hause kamen.

Gesangseinlagen


Lob gab es für die Dorferneuerung. Hier wurden viele Brücken gebaut und am Bolzplatz konnte man täglich "Wikinger" sehen, die mit anpackten und den Platz fast alleine bauten. Mit einem Seitenhieb kritisierten sie die Neustädter. "Die wollen nix selber tun und streiten lieber über Geld und Zuschüsse." Den Vorschlag von Georg Miedl, am Markplatz Mais anzubauen, damit die Bauern nicht mehr so weit fahren müssen, fanden sie gut. Daneben auch eine Marihuanaplantage zu betreiben, würde den Tourismus florieren lassen. Hier schlugen die "Wikinger" vor, den alten Bauhof in einen Campingplatz für die angereisten Hippies mit ihren VW-Bussen umzuwandeln.

Über das neue Baugebiet in Mockersdorf machten sie sich auch Gedanken. "Wer soll denn da hinbauen, von Filchendorf sicher keiner", war die einhellige Meinung. Nach jeder Szene sangen fünf Wikinger Lieder nach bekannten Melodien. Die Besucher belohnten die Einlagen mit langanhaltendem Beifall.
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