Leserbriefe
Versprechungen adé

Vermischtes
Neustadt am Kulm
18.08.2016
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Versprechungen adé

Zum Artikel: "Per Anwalt gegen Unterschriften" vom 10. August erreichte uns dieser Leserbrief:

Schmackhaft sollte den Anliegern die Stadtsanierung mit Bürgermeister Haberbergers Aussagen gemacht werden: Kostet nicht viel, etwa 1500 bis 3000 Euro je Haus. Herstellungsbeiträge nur für Gehsteig.

Bei den Workshops und der Bürgerversammlung machten sich Planer lustig über die Argumente von Anliegern und bewegten sich kaum bis gar nicht auf die Vorstellungen des Großteils der Anlieger zu. Landwirtschaftliche Fahrzeuge sind in den Planungen plötzlich nur mehr halb so groß wie in der Realität, um neue Gefahrenstellen nicht eingestehen zu müssen. Selbstverständlichkeiten, wie, dass eine Haupterschließungsstraße für alle im Straßenverkehr zugelassenen Fahrzeuge befahrbar sein muss, wurden als "Verhandlungsmasse" benutzt. Abenteuerliche Vorschläge - zum Beispiel: Landwirte dürften die Einbahnstraße auch entgegengesetzt fahren - wurden einzelnen Gruppen unterbreitet, wohl in der Hoffnung, diese aus der Interessengemeinschaft herauszulösen. Senkrechtparkplätze wurden zugesagt. Einseitig nutzbare Zonen und ein zwei Meter breiter Multifunktionsstreifen ersetzen die Multifunktionsgebiete und werden als Fortschritt angepriesen, die angeregte Variante V wird gar nicht in Betracht gezogen.

Gehandelt wurde dann aber doch wieder anders, Versprechungen adé, denn "man hat ja nur darüber geredet". Es darf sich kein Anlieger täuschen lassen, der Sinn der Workshops - Ideen zu sammeln und umzusetzen - wurde dem Zweck, eine Idee durchzusetzen, untergeordnet, und es gibt keine verbindliche Zusagen. Der Moderator hat selbst erklärt, er sei gescheitert, einen Konsens für die Variante IV herbeizuführen.

Man mag zu den schriftlichen Äußerungen des Bürgermeisters stehen, wie man will. Ich möchte umfassend und neutral aufgeklärt werden. Auf dosierte und gefilterte Informationen lege ich keinen Wert. Ich wünsche schriftliche Nachweise für die Auffassung des Bürgermeisters, dass nur für diese Um- und Neugestaltung des Marktplatzes Fördergelder gewährt würden. Des weiteren erbitte ich Auskunft, wofür die Zuschüsse fließen und in welcher Weise sie sich auf die Umlagebeiträge der Anlieger auswirken. Aufzuzeigen wären noch die finanziellen Folgen der Auslagerung der Kreisstraße und deren Folgelasten für die Gesamtheit der Anlieger. Diese grundlegenden Auskünfte wurden bisher nicht erteilt. Ich fordere Herrn Bürgermeister Haberberger auf, mit klaren und eindeutigen Aussagen an die Bürger heranzutreten. Drohungen und Halbwahrheiten gepaart mit Diffamierung sind ungeeignete Mittel, um Vertrauen herzustellen.

Ich halte es nicht für zielführend, eine Sanierungsvariante weiterzuverfolgen, die von den Anliegern kaum befürwortet wird. Wer von Zeitverzögerung und/oder von vergeblich aufgewendeten Geldmitteln, beziehungsweise Gefährdung von Fördergeldern, spricht, muss auch sein eigenes Zutun hinterfragen lassen.

Hermann Pühl, Neustadt am Kulm

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