Manfred Baumann geht nach 40 Jahren am Bauhof in den Ruhestand
Vier Jahrzenhte voller Protokolle

Der letzte Arbeitstag des städtischen Bauhofarbeiters Manfred Baumann war ein ganz besonderer. Nach gewohnt arbeitsreichen Einsatzstunden empfing den Fast-Rentner nicht nur Bürgermeister Wolfgang Haberberger im Bauhof. Auch Blasmusik schallte dem passionierten Hornisten der Stadtkapelle Kemnath entgegen. Unser Bild zeigt Manfred Baumann mit Ehefrau Ingrid, Bürgermeister Wolfgang Haberberger und Stellvertreter Karlheinz Schultes, weiteren städtischen Mitarbeitern und die Blaskapelle Kemnath. Bild: do
Vermischtes
Neustadt am Kulm
09.08.2016
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Was für ein Abschied aus dem Berufsleben. Begleitet von Pauken und Trompeten beendete Manfred Baumann seinen fast 40 Jahre währenden Einsatz für die Kulmstadt. Von der Abschiedszeremonie sollte der Bauhofmitarbeiter überrascht werden.

Nach einem arbeitsreichen Tag wollte Baumann "seinen" Kommunaltraktor ein letztes Mal im neuen Bauhofgebäude abstellen. Als er das Tor öffnete, schallte dem passionierten Blasmusikanten Marschmusik entgegen. Eine einmalige Überraschung, die auch den Bauhof-Mann berührte. Die Kemnather Stadtkapelle unter Leitung von René Bauer begleitete ihren ersten Flügelhornisten mit dem Erzherzog-Albrecht-Marsch musikalisch in den Ruhestand. Zudem wies die Stadtkapelle Kemnath mit der Polka "Heute spielt die Blasmusik" einem ihrer bewährtesten Musikanten den Weg, den Ruhestand stets mit Blasmusik zu genießen.

"Warst immer da"


Dabei konnte Baumann von den schönen Seiten des Lebens zunächst nur träumen. In Berlin-Schöneberg am 6. August 1953 als Manfred Kiske geboren, kam er vier Jahre später als Adoptivkind in die Kulmstadt. Fortan lernte Baumann bei den Eheleuten Johanna und Georg Baumann die Vorzüge eines fürsorglichen Familienlebens auf dem Land kennen und schätzen. Nach dem Schulabschluss und Arbeitsverhältnissen bei den Firmen Grundig und Leistritz, dem Grundwehrdienst bei der Bundeswehr und einer zweijährigen Berufsumschulung kam Baumann 1977 als Elektromechaniker zur Stadt.

Als zunächst einziger Bauhof-Mann entwickelte er sich rasch zum Multi-Talent. Klärwärter, Waldarbeiter, Wegebauer, Wasserwart oder Maschinist und städtischer Fuhrpark-Verantwortlicher: Baumann bewies rasch seine Allrounder-Fähigkeiten. Und die schätzten nicht nur die Bürgermeister Karl Pühl, Rudi Lang und Wolfgang Haberberger. Auch die Bürgerschaft lernte rasch die Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft ihres Bauhofmanns kennen und schätzen.

Diese stete Präsenz im Dienst von Stadt und Bürgern wusste auch Bürgermeister Wolfgang Haberberger respektvoll einzuordnen. "Ob es stürmte oder schneite, ob Wasserbruch oder andere Alarmierungen: Du warst weit über die geregelte Arbeitszeit hinaus immer da." Mit der kurzen Laudatio verband Haberberger den Dank auch im Namen der Bürgerschaft. Für Ehefrau Ingrid gab es Blumen.

Kuriose Erlebnisse


Während der anschließenden Brotzeit plauderte der Fast-Ruheständler aus seiner Schatztruhe unvergesslicher Erlebnisse als städtischer Arbeiter. "Ich führte über jeden Arbeitstag Protokoll", verriet Baumann. Diese Aufzeichnungen als Grundlage und aus weiteren und heiteren Erinnerungen vergab Baumann gute Noten für seine jeweiligen Chefs. Baumann berichtete von einem besonders kuriosen Erlebnis. Nach einem Bürgerfest habe der Fund eines Gebisses im Klärbecken in der Stadt die Runde gemacht. Wenig später habe der vorübergehend bestürzte Besitzer seine dritten Zähne wieder getragen.

Da passte die temperamentvolle musikalische Begleitung der Stadtkapelle Kemnath in den Ruhestand und ein vielfaches Prosit auf das künftige Rentnerleben.
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