Nach der Sparkassen-Schließung: Bürgermeister von Neustadt und Schlammersdorf gelassen
Eine Entscheidung pro Raiffeisen?

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Neustadt am Kulm
11.01.2016
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Keine Begeisterung, aber Verständnis: Beide Bürgermeister reagieren besonnen auf die Ankündigung der Vereinigten Sparkassen, die Filialen in Neustadt und Schlammersdorf zu schließen. Im Landkreis Amberg hatten Bürgermeister vor einigen Wochen aufgefordert, die Bank zu wechseln, als die Sparkasse Schließungen ankündigte. Auf solche Brandreden verzichten Gerhard Löckler und Wolfgang Haberberger.Sparkassen-Vorstand Josef Pflaum habe die Entscheidung mit der sinkenden Nachfrage nach dem Service vor Ort begründet. "Er hat keine Zahlen vorgelegt, aber ich muss seinen Ausführungen natürlich glauben", sagt Schlammersdorfs Gemeindeoberhaupt Löckler. Ähnlich sieht es sein Neustädter Kollege. Wolfgang Haberberger hätte sich jedoch gewünscht, dass die Sparkasse vor der Entscheidung das Gespräch mit ihm gesucht hätte, statt ihn vergangene Woche vor vollendete Tatsachen zu stellen. "Wir haben gerade ein relativ großes Baugebiet ausgewiesen, und auch bei der Marktplatzsanierung gibt es Finanzierungsbedarf", sagt Haberberger. Für das Kreditinstitut gäbe es in Neustadt in den nächsten Jahren durchaus einiges zu verdienen. "Vielleicht wäre es auch für die Sparkasse sinnvoller gewesen, die Filiale in Neustadt zu belassen, wenigstens noch für ein oder zwei Jahre."

In beide Orte soll ab April zweimal wöchentlich das Sparkassen-Mobil kommen. Der Lkw soll den selben Service bieten wie die Filiale. "Und viel häufiger war die Filiale nicht geöffnet", sagt Löckler.

Ein weiterer Grund, weshalb die Bürgermeister gelassen reagieren: In beiden Orten ist die Sparkasse nicht der Platzhirsch. "In Schlammersdorf ist die Raiffeisenbank die Nummer eins", sagt Löckler. Die Filiale der Weidener Genossenschaft könnte von der Entscheidung der Sparkasse profitieren. Ähnlich sieht es Wolfgang Haberberger: Mit der Raiffeisenbank am Kulm hat Neustadt eine eigene Bank vor Ort. Es sei möglich, dass Sparkassen-Kunden künftig deren Service nutzen. Heftiger fielen die Reaktionen in den Kommunen im östlichen Landkreis aus.
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