Pfarrer Hartmut Klausfelder interviewt Ehrengäste
Auf der Umfragen-Bank

Die Ehrengäste (von links) stellvertretender Landrat und Bürgermeister Albert Nickl, Pfarrer Sven Grillmeier, Bürgermeister Wolfgang Haberberger und zweiter Bürgermeister Karlheinz Schultes wurden von Pfarrer Hartmut Klausfelder interviewt. Nicht im Bild Bürgermeister Werner Roder aus Vorbach sowie Yvonne Hoffmann vom evangelischen Kindertagesstättenverband. Bild: ww
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Neustadt am Kulm
27.04.2016
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Etwas besonderes hatten sich Diakonievereinsvorsitzender und Pfarrer zum 20-jährigen Bestehen des Kindergartens "Haus der kleinen Füße" einfallen lassen. Anstelle von Grußworten der Ehrengäste führte der Geistliche mit ihnen ein Interview.

Eine Überraschung hatten zuvor die Kirchweihburschen um Florian Dötsch und der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, André Dietrich, für Pfarrer Hartmut Klausfelder parat: Dötsch bedankte sich für die Einladung und überreichte einen Umschlag mit einer Spende für den Kindergarten. Dietrich stand dem in nichts nach und überreichte eine Spende in Höhe von 200 Euro.

Offensichtlich einen guten Draht haben der evangelische Pfarrer aus Neustadt am Kulm, Hartmut Klausfelder, und sein katholischer Kollege Sven Grillmeier aus Kirchenlaibach zueinander: Klausfelder fragte Grillmeier, ob er ebenfalls Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft habe und ob ihm diese mehr Freude oder mehr Kopfzerbrechen bereiten. Grillmeier informierte, er habe in Kirchenlaibach zwei Kindergärten in kirchlicher Betreuung. Wichtig sei ihm der Bezug zu den Kindern, die so ihren Pfarrer frühzeitig kennenlernen würden. Kinder seien die Zukunft einer Kirche, deshalb sei es wichtig, sie frühzeitig an die Hand zu nehmen und ihnen die Grundzüge des Christentums näher zu bringen. Gleichzeitig sei er aber auch Chef des Personals. Wichtig sei ihm, dass nicht zu viel Defizit erwirtschaftet werde.

Was sich der katholische Kirchenmann in Bezug auf Kindergärten von der Politik wünscht, wollte Klausfelder wissen. Schmunzelnd entgegnete Grillmeier, dass er hier wohl den gleichen Wunsch habe wie der evangelische Kirchenmann. Nämlich "eine gute Zusammenarbeit, dass Verträge, die geschlossen wurden, eingehalten werden, dass das 80-prozentige Defizit eines Kindergartens auch weiterhin von der Kommune getragen wird, dass man offen miteinander umgeht und dass man gemeinsam vernünftige Lösungen findet".

Nächster Interviewpartner war stellvertretender Landrat und Bürgermeister der Klostergemeinde Speinshart Albert Nickl . Er hatte zunächst großes Lob für den Jubelkindergarten parat. Ob er als Familienvater ein prägendes Erlebnis hinsichtlich des Kindergartens in Erinnerung habe, fragte Klausfelder. Er habe, so Nickl, einmal einen Nikolaus machen dürfen. Dabei habe er seine Stimme so verstellt, dass ihn Kinder nicht erkannt hätten. Er hatte aber nicht damit gerechnet, dass seine Kinder ihn anhand seiner Schuhe überführen würden. Ob Lust oder Last beim Kindergarten überwiegen, lautete die nächste Frage. Lust überwiege bei Weitem, meinte Nickl - "Kindergärten sind wichtige Einrichtungen". Obwohl Speinshart nicht in der glücklichen Lage sei wie Neustadt am Kulm, das mit dem Diakonieverein einen Trägerverein habe, sei dies zweitrangig. Ein Wunsch von ihm sei, dass "Kindergartenbeiträge wegfallen sollten".

Vorbachs Bürgermeister Werner Roder bekannte, dass er nicht in den Genuss eines Kindergartenbesuches gekommen sei. Auf die Frage von Pfarrer Klausfelder, was Erwachsene von Kindern lernen könnten, meinte er: "Offen und ohne Vorbehalte und ohne Ansehen der Person und Hautfarbe aufeinander zugehen." Was man in der Region noch mehr für Kinder machen könnte? Die Region sei in Sachen Kindergärten und Schule gut aufgestellt. Er wünsche sich, "dass das Leistungsdenken von Erziehungsberechtigten in der vierten Klasse Grundschule nicht so ausgeprägt" sein sollte. Jeder sollte selbst einmal an seine Kindheit zurück denken.

Nächste Interviewpartnerin war Diplompädagogin Yvonne Hoffmann vom evangelischen Kindertagesstätten-Verband. An ihrem Beruf gefalle ihr, dass sie sehr viel unterwegs sei und die unterschiedlichsten Menschen kennenlerne. Von den Kindertagesstätten würde sie sich in Zukunft wünschen, "dass diese sich weiterentwickeln, dass diese Orte seien, in denen sich Kinder wohlfühlen und dass den Tagesstätten mehr Personal zugewiesen und die Bürokratie abgebaut wird".

Christine Schirdewahn stellte den Verein Asante e.V. vor. Der Name des Vereins bedeute "Danke". Auf die Frage, was deutsche Kinder von afrikanischen Kindern lernen könnten, meinte sie: "Trotzdem fröhlich zu sein, obwohl man wenig Zeit hat."

Pfarrer Klausfelder sprach Bürgermeister Wolfgang Haberberger auf die Vorreiterrolle Neustadts mit dem Bau der Kinderkrippe an: "Welches Ereignis ist hier prägend in Erinnerung geblieben?" Dies sei ohne Zweifel die erfolgreiche Vorsprache bei der Förderstelle gewesen. Auf die Frage nach drei Wünschen für Kinder im Allgemeinen, für die Stadt und das "Haus der kleinen Füße" antwortete der Bürgermeister: "Dass Kinder genügend zu Essen haben, dass diese kindgerecht leben und aufwachsen dürfen und dass zahlreiche Kinder aus der Region den Weg zum 'Haus der kleinen Füße' finden."

Auch zweiter Bürgermeister Karlheinz Schultes wurde interviewt. Schultes lobte als sprach zunächst als Stadtverbandsvorsitzender die Veranstaltung "Sommernachtzauber" des Kindergartens. Hier habe ein kleiner Kreis an Verantwortlichen Großes geleistet und ein unvergessliches Fest aufgezogen. Ein prägendes Erlebnis für die Kinder sei sicherlich der wöchentliche Waldtag. Schultes sprach auch die Flüchtlingssituation in Neustadt am Kulm an. Er selbst habe in seinem Haus vier Jugendliche aufgenommen und betreue weitere vier Flüchtlinge. Er appellierte an die Bürger, sich der Flüchtlinge anzunehmen. Wenn Flüchtlingskinder einmal in den Kindergarten gehen, würden weitere Aufgaben auf die Einrichtung zukommen - nicht zuletzt auch des Glaubens Willen. Wie die Kindergarteneinrichtung nach 30 Jahren aussehen wird? "Der Kindergarten muss noch breiter aufgestellt werden." Man werde in puncto Öffnungszeiten flexibler werden und mehr in die Kinderbetreuung investieren müssen.
Offen und ohne Vorbehalte und ohne Ansehen der Person und Hautfarbe aufeinander zugehen.Vorbachs Bürgermeister Werner Roder auf die Frage, was Erwachsene von Kindern lernen können.
Trotzdem fröhlich zu sein, obwohl man wenig Zeit hat.Christine Schirdewahn vom Verein Asante e.V. auf die Frage, was deutsche von afrikanischen Kindern lernen können.
Dass Kinder genügend zu Essen haben, dass diese kindgerecht leben und aufwachsen dürfen und dass zahlreiche Kinder aus der Region den Weg zum 'Haus der kleinen Füße' finden.Neustadt am Kulms Bürgermeister Wolfgang Haberberger auf die Frage nach drei Wünschen
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