Rainer Christoph berichtet über Kaiser Karl IV. – Entstehung der Kulmstadt
Von „Newenstat“ zu Neustadt

Ein großes Dankeschön kam von der Vorsitzenden des Förderverein Rauhen Kulm, Käthe Pühl, für den Vortrag von Rainer Christoph über "Karl IV. - als unsere Gegend noch zu Böhmen gehörte". Bild: ww
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Neustadt am Kulm
06.06.2016
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Vor 700 Jahren wurde Karl IV. in Prag geboren. Das Jubiläum nahm der Förderverein Rauher Kulm zum Anlass, um an den römisch-deutschen Kaiser zu erinnern, dem auch Neustadt am Kulm seine Entstehung verdankt.

Gleichzeitig solle dies laut Vorsitzender Käthe Pühl auch eine Einstimmung auf das 650. Stadtjubiläum im Jahr 2020 sein. Der Vorsitzende des Fördervereins "Goldene Straße", Rainer Christoph, sprach in der Jahreshauptversammlung zum Thema "Karl IV. - als unsere Gegend noch zu Böhmen gehörte". Stets sei Karl bestrebt gewesen, seine Hausmacht zu erweitern sowie neue Länder und Güter zu erwerben. Nicht die Gier veranlasste ihn dazu, sondern das Wissen, seine Machtposition gegenüber den Kurfürsten zu stärken.

Obere Pfalz gekauft


Schlesien, das Gebiet der Ober- und Niederlausitz, das Eger- und Vogtland verband er mit Böhmen und nach Westen erwarb er das Gebiet der Oberen Pfalz, um auf eigenem Territorium nach Nürnberg reisen zu können. "Noch gab es unsere Oberpfalz nicht", sagte Christoph. Sie war in verschiedene Besitze zerrissen, noch konnte man von Bayern oder gar Deutschland im heutigen Sinne nicht sprechen. Nach dem Tod seiner Frau Blanca vermählte er sich mit Anna von der Pfalz und erhielt so die großen Gebiete der Oberen Pfalz, den Sulzbacher Besitz.

Das Egerland, Floß und die Grafschaft Parkstein ließ er sich verpfänden. Sulzbach-Rosenberg, Auerbach, Eschenbach und eine Reihe von Orten in Mittelfranken erwarb er von den Wittelsbachern, denen er Geld geliehen hatte. 1335 kaufte Karl IV. in Passau für 120 Schock Prager Pfennige die Burgen Störnstein, Waldeck sowie Neustadt an der Waldnaab, Hirschau, Dreswitz und Murrau.

Besonders bedachte er laut Christoph "in unserem Raum die Ortschaften, die an der Königsstraße von Prag nach Nürnberg lagen". Kaiser Karl IV. war es auch, der von Prag aus für die Ansiedlung auf halber Höhe zwischen den Kulmen dem Burggrafen Friedrich V. von Nürnberg Stadt und Geleitrecht verlieh. Im Gnadenbrief vom 22. Februar 1370 wurde dem Burggrafen die Erlaubnis erteilt, dass "er wie seine Erben eine Stadt mit allen Rechten, Freiheiten, Nutzen und Gewohnheiten, die zu einer Stadt und Markt gehören, zwischen den zwei Festen Rauher und Schlechter Kulm bauen und mit Mauern, Türmen, Pforten und Erkern" versehen darf. So entstand "Newenstat", in der Folge "Neustädtlein zwischen den Kulmen" später Neustadt am Kulm.
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