Ruhestandspfarrer Claus Rettich erzählt über seine Jerusalem-Fahrten
Schatztruhe Israels

Mit einem informativen Vortrag berichtete Pfarrer i. R. Claus Rettich über seine Fahrten nach Israel, im Speziellen über die Stadt Jerusalem. Bild: ww
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Neustadt am Kulm
13.04.2016
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Mit einem informativen Vortrag berichtete Pfarrer i. R. Claus Rettich über seine Fahrten nach Israel, im Speziellen über die Stadt Jerusalem. Bild: ww

Ruhestandspfarrer Claus Rettich hat viel zu erzählen. Vor allem von seinen Reisen in den nahen Orient. Davon bekamen die Senioren nun einen kleinen Einblick.

Zum Seniorennachmittag der evangelischen Kirchengemeinde begrüßte Organisatorin Marga Pühl Pfarrer i. R. Claus Rettich, der von seinen Fahrten nach Israel speziell von Jerusalem berichtete.

Der Geistliche stellte seinen Vortrag unter das Motto "Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt", ein Lied mit Text von Fritz Rosenthal, dem heutigen Schalom Ben-Chorin. Der Gruß "Schalom" bedeute mehr als nur Frieden, sondern meine das "Wohlergehen" und komme aus dem Hebräischen.

Sieben christliche Kirchen


Der Begriff "Zion", der bei Moses in Ägypten vorkam, sei das Wort für Jerusalem. Die Welt wurde von Gott geschaffen, wobei neun Zehntel der Schönheit auf Jerusalem falle und ein Zehntel auf den Rest der Welt. Analog dazu gelte das auch für die Leiden des jüdischen Volkes. Jerusalem ist der älteste Wallfahrtsort der Welt, wusste der Sprecher.

Rettich informierte weiter, dass eine muslimische Familie den Schlüssel der Grabeskirche verwaltet. Der Grund hierfür sei, dass sich die christlichen Religionen nicht einigen könnten. In Jerusalem gebe es immerhin sieben christliche Kirchen. Rettich verdeutlichte mit Bildern die Entwicklung Jerusalems bis zur jetzigen Zeit. Insgesamt gebe es zwölf Tore in der Stadt. Das "Goldene Tor" werde als das wichtigste bezeichnet. Das besondere daran sei, dass es das einzige nicht passierbare Tor ist, weil es im 16. Jahrhundert dauerhaft zugemauert worden ist.

Das Tor ist schräg gegenüber des Ölbergs und ist auch von dort aus durch die beiden nebeneinander liegenden Torbögen als das "Goldene Tor" zu erkennen. "Es ist aber auch das einzige Portal, das direkt auf den Tempelberg führt", sagte der Sprecher weiter. Christlichen Überlieferungen zufolge ritt Jesus über den Palmsonntagsweg auf einem Esel durch die Pforte in die Stadt.

Der Referent informierte weiter, dass sich die Klage- oder Westmauer in der Altstadt Jerusalems befinde und eine der wichtigsten religiösen Stätten des Judentums darstelle. "Es existieren mehrere Zugänge zu diesem Ort": aus dem jüdischen Viertel, aus dem arabischen Quartier und ein Zugang durch das Dungtor an der Ostseite der Altstadtmauer. An allen Zugängen gebe es Sicherheitskontrollen, als Westeuropäer könne man die Tore aber ohne Probleme passieren.

Kein Ort der Klage


Die Mauer sei für Juden kein Ort der Klage, sondern ein Ort des Gebets. Der Geistliche erläuterte, dass Jerusalem als größte Stadt des heutigen Israels eine Schatztruhe sei. "Mit jedem Spatenstich in die Tiefe werden neue Geheimnisse der wechselvollen Geschichte gelüftet." Die Grabeskirche und damit das Grab Jesu liegt außerhalb der damaligen Stadtmauern, wusste der Sprecher. "Hier dreht sich alles um den Glauben, um die Authentizität der christlichen Stätten, letztlich aber um den tieferen Sinn dieser Orte."

Damit beendete Pfarrer Rettich seinen Vortrag. Mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedankte sich Marga Pühl für den interessanten aber auch nachdenklichen Reisebericht.
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