Schweinskopfessen in Kaltenbrunn
Sauguter Kult

Frische Luft macht hungrig: Da schmecken die Sauköpfe vom "Wolfn-Michl" gleich noch besser. Bild: bk
Vermischtes
Neustadt am Kulm
19.02.2016
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Kaltenbrunn. Das Saukopfessen der FC-Naturfreunde ist weit mehr als ein kulinarisches Treffen von Männern und Frauen aller Altersgruppen. Vom 2. Januar bis 19.März dampft der Kessel jeden Samstag am Rand des Gemeindewalds.

Dann wird zwei Tage zuvor vom "Wolfn-Michl", nach uraltem Rezept gewürzt und eingelegt. Zehn halbe Schweinsköpfe von FC-Chef Sepp Pritzl in einem Zelt gekocht, aufgeschnitten und mit Bauernbrot an die Feinschmecker verteilt .

Oberheizer "Ali" Tafelmeyer hat inzwischen den Platz von Albert Harrer eingenommen und sorgt im Freien für Feuer. Um dieses sammeln sich auch Stammgäste aus den Nachbarorten. Dank der Holzbänke von Erwin Harrer muss niemand stehen. Die beiden Brüder starben im Mai 2012 innerhalb von fünf Tagen.

Es ist die einzigartige Atmosphäre, die jeden Samstag bis zu 70 Leute anzieht, unter ihnen auch Freiberufler. Viele stimmen dann schon mal in Lieder ein, die Musiker wie der Wöhrl-Alois aus Eisersdorf bei Kemnath-Stadt oder der "Lauß-Schorsch" aus Neuzirkendorf mit ihrer "Ziach" zum Besten gaben.

Voll im Trend


Auch die Grafenwöhrer Stadtkapelle hat schon aufgespielt. "Am Saukopf erfohrst imma wos Neis" ist ein geflügeltes Wort. Der bereits 1996 früh verstorbene Herbert Seidel hatte das Stück "Kaltenbrunner Lebensqualität" 1972 inszeniert und 20 Jahre am Fischweiher im "Seeschlag" und im Gemeindewald vorgetragen.

Nach mehrjähriger Pause fand sich 1999 in Sepp Pritzl ein würdiger Nachfolger. Er opfert seither jeweils zwölf Samstage zugunsten der Jugendarbeit des Fußballclubs. Es hat längst Kultstatus und genießt weithin guten Ruf: Das Kaltenbrunner Saukopfessen in würziger Waldluft ist ein Wintervergnügen.
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