Viertklässler treffen Landschaftsmaler
„Einfach losmalen geht nicht“

Zum Kunstunterricht traf Maler Peter Eichler aus Pressath (hinten, links) die Viertklässler der Grundschule Am Rauhen Kulm am Barbaraberg. An seiner Staffelei verriet er den Mädchen und Buben einige Tricks. So visiert er über seinen Bleistift das Motiv an und überträgt die Maße dann aufs Papier. So wird sichergestellt, dass auch alles, was darauf soll, auf das Gemälde passt. Bild: ow
Vermischtes
Neustadt am Kulm
21.09.2016
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Das war kein gewöhnlicher Wandertag: Die Viertklässler der Grundschule Am Rauhen Kulm hatten bei ihrem Ausflug ein besonderes Erlebnis. Auf dem Barbaraberg trafen sie sich mit einem echten Maler - und der verriet ihnen einige Tricks seiner Kunst.

Speinshart. (ow) Vom Klosterdorf aus wanderten die Schüler über den Wallfahrtsweg zur Ruine der Kirche am Barbaraberg. Dabei erfuhren sie von ihrer Lehrerin Birgit Ohla im Vorfeld, dass auf diesem Weg seit dem Mittelalter die Menschen zur heiligen Barbara pilgern. Noch heute führen im Sommer Prozessionen aus der Region dorthin.

Entlang des Wegs entdeckten die jungen Wanderer monumentale Sandsteinskulpturen, die die Äbte des Klosters im 18. Jahrhundert zur Belebung des Wallfahrtswesens errichtet hatten. Über den steilen Kreuzweg erreichte die Gruppe schließlich den höchsten Punkt des Barbarabergs.

Hinter der Ruine der Wallfahrtskirche zur heiligen Barbara empfing Maler Peter Eichler aus Pressath die Kinder. An seiner Staffelei begann er, über seine Malerei zu plaudern. Seine Liebe dazu sei schon in der Schule geweckt worden, berichtete er. Einer seiner Lehrer habe damals sein Talent entdeckt und ihn dann später auch gefördert.

Vor 28 Jahren belegte Eichler einige Kurse bei bekannten Künstlern; seitdem malt er vorwiegend Landschaften und Motive aus der Region. Für seine Werken nutzt er überwiegend die Aquarell- und die Pastelltechnik, aber auch Bleistiftzeichnungen oder Ölgemälde gehören zum Repertoire.

Für ein schönes Bild sei die Tageszeit wichtig, verriet der Maler den Mädchen und Buben: "Frühmorgens und am Abend ist das Licht angenehmer, und es wirft so weichere Schatten." Bei diesigem Wetter sollten die Wolken noch etwas verstärkt werden, dann entstehe Gewitterstimmung. Bei schönem Wetter bleiben die Wolken weiß. "Viel weiß lassen, ist die Kunst beim Aquarell. Hier wirkt dann das Papier von selbst", betonte er.

Doch zunächst sollte sich der Schaffende sein Bild richtig einteilen. "Einfach losmalen geht nicht, da könnte es passieren, dass bei einer Kirche dann die Kirchturmspitze nicht mehr auf das Blatt passt." Zum Ausmessen verwendet Peter Eichler seinen Bleistift. Über den in der Hand des gestreckten Arms gehaltenen Stift visierte er die Kirchenfassade an. Dabei musste er den Bleistift dreimal aneinander setzen. Diesen Wert übertrug er dann auf das Papier.

Zum Skizzieren benutzte der Maler einen weichen Bleistift: "Denn den kann man leichter radieren", schmunzelte der Künstler. Mit wenigen Strichen hatte er in kürzester Zeit sein Bild skizziert. Die Kinder überraschte er zum Schluss noch mit einem kleinen Geschenk: Jedes erhielt einen Druck einer von Peter Eichler gemalten Postkarte mit einem Motiv aus dem jeweiligen Heimatort.
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