Bürgerversammlung Neustadt am Kulm
Marktplatz: Wärme aus der Nähe

"Die Neustädter sollten nicht am falschen Ende sparen." Zitat: Matthias Rösch
Wirtschaft
Neustadt am Kulm
27.07.2016
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Nicht am falschen Ende sparen. Dazu rief bei der Bürgerversammlung in Neustadt am Kulm Matthias Rösch auf. Der Geschäftsführer des Energie-Technologie-Zentrums Nordoberpfalz (etz) rechnete beispielhaft vor.

Eine alte Heizungspumpe verbraucht jährlich bis zu 600 kWh Strom, eine neue kommt mit 50 bis 100 kWh aus. Die Einsparung: circa 150 Euro. Diese Hinweise machten hellhörig. Wer möchte schon Stromfresser im Keller haben? Welche Heizsysteme sind deshalb noch zeitgemäß, hieß der Vortrag des Diplom-Ingenieurs.

Bei einem kostenlosen Energiecoaching für die Kulmstadt informierte Matthias Rösch über die Ergebnisse seiner Untersuchungen. Im Brennpunkt standen dabei allgemeine Ratschläge zum Einsatz unterschiedlicher Energieträger. Und die sind vielfältig. Rösch begann mit Hinweisen zur Öl-Brennwert-Technik und zu modernen Gas-Heizungsanlagen in Verbindung mit der Solarthermie und erläuterte die technischen Möglichkeiten einer zusätzlichen Warmwasseraufbereitung und der Heizungsunterstützung. Nach Abwägung der Vor- und Nachteile beleuchtete der Experte die Voraussetzungen für eine effiziente Nutzung der Sonnenenergie. Ökologisch wertvoll, da ohne CO2-Ausstoß mit einem staatlichen Marktanreizprogramm, eine gute Alternative, meinte Rösch bei seiner Abwägung. Allerdings gab der Energieexperte zu: "Wirtschaftlichkeit ist nur schwierig zu erreichen."

Deshalb richtete der Referent den Blick auf die Möglichkeiten der Geothermie. Mit einer Grundwasser-Wärmepumpe erreiche man höchste Wärmeeffizienz, erläuterte Rösch. Als Bedingungen nannte er Flächenheizungen und einen Pufferspeicher. Stromkosten und die unsichere Ergiebigkeit von Brunnen seien allerdings Negativpotenziale. Auf die Chancen des Energieträgers Holz eingehend empfahl Rösch Pellet-Niedertemperaturkessel mit ergänzender Solarthermie. Die Vorteile seien eine CO2-neutrale Energiegewinnung, gute Förderprogramme und geringe Energiepreissteigerungen. Ein Nachteil entstehe durch den Einbau eines Pufferspeichers und hoher Investitionskosten.

Bei allen Betrachtungen seien sogenannte Hybrid-Anlagen eine weitere Möglichkeit, eine ökologisch sinnvolle Energiegewinnung anzustreben, betonte Rösch. Besonders die Kombination "multivalenter Anlagen" etwa mit einem Gas-Brennwertkessel, einem Kaminofen mit Wassertasche und einer Solarthermie seien von Vorteil. Diesem Plus an energetischer Bewegungsvielfalt stellte der Fachmann die Abhängigkeit von hohen Speicher- und Regelungsvolumen gegenüber. Mit Blick auf die Marktplatzsanierung empfahl Rösch weitere Überlegungen zu einer Nahwärmeversorgung der Altstadt. Rösch kündigte für die Marktplatz-Anwohner eine Bedarfsabfrage an.

Zusammenfassend lud er die Bürger ein, sich vor einem planvollen Vorgehen beim Energiesparen vom etz neutral und kostenlos persönlich oder am Telefon (0961/4802929-0) beraten zu lassen. Zur Abklärung von staatlichen Fördermöglichkeiten empfahl der etz-Geschäftsführer auch die Online-Informations-Plattform www.EnergieBonus.Bayern.

Die Neustädter sollten nicht am falschen Ende sparen.Matthias Rösch
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