Wolfgang Haberberger warnt: Neustadt in der Abwärtsspirale
Stirbt die Stadt?

Wirtschaft
Neustadt am Kulm
31.10.2014
18
0

Keine Einwohner, kein Geld: Mit jedem Neustädter weniger verliert die Stadt jährlich 2000 Euro Zuweisungen - und die Abwärtsspirale scheint nicht zu stoppen.

Im vergangenen Jahr standen 6 Geburten 15 Sterbefälle gegenüber. Von 2006 bis 2013 sank die Einwohnerzahl um 185. "Wenn wir nicht gegensteuern, stirbt die Stadt", warnte Bürgermeister Wolfgang Haberberger in der Bürgerversammlung. Viele Kennzahlen weisen auf die negative Entwicklung hin: Wenig junge Familien, keine Betriebe, keine Schule, dramatische demografische Entwicklung. "Dabei ist es so schön bei uns."

Baugebiete müssen her

Mit dieser Meinung ist der Bürgermeister nicht alleine. Doch zum Wohlfühlen gehöre mehr als Landschaft und attraktive Altstadt. "Baugebiete müssen her." Mit diesen Worten gab der Bürgermeister die Richtung vor: "Speinshart macht es vor."

Tröstlich sei die Finanzlage. Haberberger berichtete von Zuwächsen bei Steuern und Schlüsselzuweisungen, allerdings auch von steigenden Ausgaben. Dennoch steigt die Zuführung zum Vermögenshaushalt 2014 auf 242 000 Euro. Die moderate und unter dem Durchschnitt liegende Pro-Kopf-Verschuldung von 598 Euro sei zudem rein "theoretisch". Die im Haushalt enthaltene Kreditaufnahme für die Markplatzsanierung werde nicht benötigt. "Der echte Schuldenstand ist also erheblich niedriger."

Gebührenerhöhung möglich

Auf Einzelmaßnahmen eingehend verwies der Bürgermeister unter anderem auf die Dorferneuerung in Filchendorf mit einem Polster von 100 000 Euro, den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße nach Scheckenhof mit Mehrkosten von 40 000 Euro wegen der Sanierung eines Straßenstück Richtung Dobertshof und auf Investitionen in die Wasserver- und Abwasserentsorgung.

Eine Erhöhung der Abwassergebühr zwischen 10 und 20 Cent je Kubikmeter schloss er nicht aus. Eine Bilderserie beinhaltete Bemerkungen zur Entlandung des Neuweihers, zur Entwicklung der Arbeitsgemeinschaft Kulmregion und Pläne zur Verbesserung der Radwege. Am Kulmeingang habe die Stadt vom Staatsforst zirka 17 000 Quadratmeter erworben, teilte Haberberger mit.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.