Gleichstromtrassen und Fracking: Regionale Politiker fühlen sich übergangen
Planungsverband probt Aufstand

Die Führung des Planungsverbands mit Vorsitzendem Andreas Meier (Mitte) sowie den Vertretern Kurt Seggewiß und Richard Reisinger (von links). Bild: Götz
(räd) Stromtrassen, Fracking, Windräder - zwei Themenkomplexe mit Auswirkungen auf die nördliche Oberpfalz. Der Regionale Planungsverband sieht sich hierfür zuständig - wird aber umgangen. Der Verband will sich das nun nicht mehr gefallen lassen. Auf Antrag der Stadt Weiden beschloss er bei seiner Tagung in Neustadt/WN, sich künftig intensiv mit der Gleichstromtrasse und Fracking zu befassen. Weidens Oberbürgermeister Kurt Seggewiß hatte dafür eindringlich plädiert und auf zahlreiche Resolutionen und Bürgerinitiativen verwiesen.

Der ausgeschiedene Regionsvorsitzende Simon Wittmann hatte zuvor seinen Unmut deutlich gemacht. "Ich bin stinkig, dass wir für Fracking und Stromtrassen nicht zuständig sein sollen", sagte er in einem letzten Bericht als Vorsitzender des Gremiums, dem alle Kreise, kreisfreien Städte und Gemeinden der Region angehören.

Wittmann geht

Das Treffen in Neustadt/WN war das erste des Planungsverbands nach den Kommunalwahlen. Damals stand Wittmann nicht mehr als Landrat des Kreises Neustadt zur Wahl. Nun verabschiedete er sich auch aus dem Verband. Wittmanns Nachfolger ist hier wie dort Andreas Meier. Wittmann sagte: "Ich gehe nicht mit Wehmut, aber mit Stolz." Stolz auf die unter seiner Ägide seit 2002 erledigten Aufgaben, darunter etwa Resolutionen zur Marzlinger Spange, die Schaffung des Naturparks Hirschwald (Kreis Amberg-Sulzbach) und Umfragen zur Windenergie.

Diese sollten in einen Regionalplan Windenergie münden, der sich allerdings durch übergeordnete Gesetzgebung erübrigt hat. "Vielleicht hätten wir uns manchen Ärger für Kommunalpolitiker vom Leib gehalten", so Wittmann. Drei Grundsätze seien ihm in der Arbeit des Planungsverbandes wichtig gewesen: Projekte aufgreifen, die über die Grenzen von Gemeinde und Kreisen hinausgehen. Keine Beschlüsse, die Interessen der Gemeinden und ihrer Bürger widersprechen. Und: "Wir haben immer versucht, zu entschlacken." Im Regionalplan stünden oft Selbstverständlichkeiten drin. "Die brauchen wir nicht."

Wittmann ging, die Aufgaben aber bleiben. Meier nannte den Erhalt der Versorgungsstrukturen, des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV), das Stemmen des demografischen Wandels und die Sicherung der Schulstandorte. ""Das sind Fragen, mit denen Kommunalpolitiker täglich konfrontiert sind."
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