Kleinen Orten droht Bedeutungsverlust

Bild: Hartl (Archiv)

Windischeschenbach, Eslarn, Königstein - kleinere Orte werden möglicherweise weiter geschwächt. Der Grund: Sie könnten bald ihren Status als Klein- und Unterzentren verlieren.

(räd) Das sogenannte "Zentrale-Orte-System" schrumpft auf nur noch drei Stufen zusammen, informierten Regionalplaner der Regierung der Oberpfalz. Dies wurde bei der Sitzung des Regionalen Planungsverbandes am Dienstag in Neustadt/WN deutlich.

Bangen um ihren Status müssten vor allem kleinere Orte, die bislang als Klein- oder Unterzentrum geführt werden. Zum Beispiel Eslarn, Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg oder auch Windischeschenbach. Insgesamt erfüllten etwa 60 Prozent der bisherigen Klein- und Unterzentren nicht die Voraussetzungen für die Einstufung als Unterzentrum. Bis September 2016 sollen die Regionalpläne an den neuen Landesentwicklungsplan angepasst werden. Eine Verordnung der Staatsregierung sieht vor, dass Kleinzentren, Unterzentren und Siedlungsschwerpunkte künftig unter der einheitlichen Bezeichnung Grundzentrum geführt werden.

Mögliche Mittelzentren werden zu Mittelzentren aufgewertet. Dies wären Kemnath im Kreis Tirschenreuth, das Städtedreieck Eschenbach-Grafenwöhr-Pressath, Neustadt/WN sowie Vohenstrauß im Kreis Neustadt/WN und die Städte Nabburg, Oberviechtach und Neunburg vorm Wald im Kreis Schwandorf.

Unangetastet blieben Orte, die schon diese Funktion besitzen, wie Sulzbach-Rosenberg, Schwandorf oder Tirschenreuth, sowie die Oberzentren Amberg und Weiden, sagte Leitender Regierungsdirektor Axel Koch, Sachgebietsleiter Regionalplanung bei der Regierung der Oberpfalz. Seitens des Planungsverbandes sei es jedoch möglich, die bestehende Struktur der Unterzentren zu übernehmen, erklärte Regierungsdirektor Wolfram Friedl. Es könne aber auch eine neue Konzeption entworfen werden. Regionsvorsitzender Andreas Meier stellte eine Diskussion dazu in Aussicht.

Weniger Bürokratie

Von der Zentralität hing bislang auch die Ansiedlung von Verbrauchermärkten ab. Künftig kann jede Gemeinde Lebensmittelmärkte bis 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche ohne weitere raumordnerische Begutachtung ansiedeln.
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