Kreisbrandrat Meier: "Die Gemeinden werden die Kosten nicht schultern können"
Knapp unter Katastrophenschwelle

Gutes Team: Hermann Schreck, Bayreuther Kreisbrandrat (Zweiter von links), und sein Kollege Richard Meier aus Neustadt/WN (Zweiter von rechts). Bild: mor
"Das war schon ein gewaltiger Aufwand", stuft Richard Meier, Kreisbrandrat von Neustadt/Waldnaab, den Einsatz vom Dienstag "knapp unter der Katastrophenschwelle" ein. Rund 500 Feuerwehrleute seien im Einsatz gewesen, allein 30 Löschzüge aus dem Landkreis Bayreuth. "Dazu die Unterstützungsgruppen Neustadt und Weiden, die Feuerwehren Auerbach, Kirchenthumbach, Speinshart, Grafenwöhr, Sassenreuth, Schlammersdorf und Thurndorf."

Der Einsatz habe erhebliche Kosten verursacht: "Allein der Arbeitausfall von 500 Leuten, dazu das Material - ich glaube nicht, dass das die Gemeinden selber schultern können." Wer denn dann der Empfänger einer möglichen Rechnung werden könnte? "Da ist das Landratsamt Bayreuth gefragt", meint Meier, "ich könnte mir vorstellen, dass da was auf die US-Seite zukommt."

Der Oberpfälzer Brandrat war selbst nicht am Absturzort. "Wir sind relativ spät alarmiert worden, weil es zunächst hieß, das ist in Bayreuth." Gegen Mittag sei er von der Leitstelle informiert worden, dass die Polizei Führungsleute aus dem Landkreis Neustadt anfordere. Daraufhin sei er zur Dekontaminationstelle zwischen Engelsmannsreuth und Oberlenkenreuth ausgerückt.

"Da kam dann gleich das neue ,Dekonti'-Fahrzeug der Kirchenthumbacher zum Einsatz", sagt Meier. "Zelte wurden aufgebaut, Personen erst mit Schutzanzug abgespritzt, dann ein voller Duschgang ohne Kleidung." Rund 40 Feuerwehrleute seien durch diese Sicherheitsschleuse gegangen. "Man wusste zu Anfang noch nicht, welchen Giftstoffen man ausgesetzt sein könnte." Dass es nicht zu einer Explosion und einem Waldbrand kam, sei dem umsichtigen Handeln des Piloten zu verdanken: "Er hatte zum Glück die zwei Zusatztanks und die Übungsmunition abgeworfen."

Die Kräfte, die direkt an der Absturzstelle mit den Schutzanzügen operieren mussten, seien am stärksten in Mitleidenschaft gezogen worden. "Durch die Hitze sind zehn Männer kurz zusammengebrochen", erklärt der Brandmeister, "der Anzug ist aus Kunststoff, das ist wie in einer Sauna." Unter den klimatischen Bedingungen hätten alle Einsatzkräfte "Übermenschliches geleistet".
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