Amerikaner schließen Freundschaften
Deutsche nicht grob und fies

"Die Deutschen sind so nett, so aufgeregt, Amerikaner zu treffen. Sie sind so interessiert." Zitat: Amelia Murray (18), Massachusetts
 
"Nehmt euch ein Bier", sagt Gerhard Steiner zu seinen amerikanischen Gästen. Hinter dem Tresen wartet Ludwig Koch, Mitinhaber des Flosser Brauhauses, auf die Bestellung der jungen Leute. Bilder: Konrad (3)

Bratwürste, Bier, Berlin: Die elf Amerikaner, die mit "Operation Friendship" für knapp drei Wochen in Deutschland sind, nehmen viele Eindrücke mit nach Hause. Aber das Wichtigste ist für die Jugendlichen nicht das Rahmenprogramm. Es sind die Freundschaften, die sie schließen, und die Vorurteile, die sie abbauen.

Floß/Neustadt/WN. (dko/stn) Manche wollen ihren Pass vernichten und hierbleiben, so gut gefällt es ihnen in Deutschland. Das gesteht Laura Villanyi. Sie ist die amerikanische Betreuerin der elf Jugendlichen, die mit dem Austauschprogramm in die Oberpfalz gekommen sind. Seit 28. Juli und noch bis Montag wohnen sie bei ihren deutschen Gasteltern.

Für die 17- bis 19-Jährigen aus den Bundesstaaten Indiana und Massachusetts waren besonders die Ausflüge nach München und Nürnberg ein Erlebnis. "Wir haben darauf geachtet, immer einen Deutschen bei uns zu haben", sagt Villanyi. So sei es einfacher gewesen, sich in der Großstadt zu orientieren.

Am Wochenende Berlin


Besonders in Erinnerung geblieben ist der 17-jährigen Dana Riward der Besuch in der Erdinger Thermenwelt: "Das war Wahnsinn! Einfach die Größe, und dass bei den Rutschen nicht überall Bademeister herumstanden." Josh Lacroix gibt zu, ihn habe der Ausflug in den Wasserpark sehr müde gemacht. "Ich habe 15 Stunden geschlafen. Ich glaube, es war ein Koma." Zu seiner Verteidigung fügt der 19-Jährige aber hinzu, die Tage zuvor bereits mit zehn Leuten nach Berlin gefahren zu sein.

Die 11 Gäste und ihre 11 Austauschpartner besuchten auch die Feuerwehr in Neustadt. Dabei gewährte ihnen Kommandant Michael Spranger mit seinem Team einen Einblick in die verschiedenen Aufgabenbereiche der Wehr. Für ein Erinnerungsfoto schlüpften manche in den Chemikalienschutzanzug.

Besonders viel Spaß machte den Jugendlichen der Übungs-Parcours mit dem Kriechtunnel. Sie waren überrascht, dass die Feuerwehrleute diesen in voller Atemschutzausrüstung absolvieren müssen. Zum Abschluss fuhren sie mit einer Drehleiter 30 Meter in die Höhe und nutzten die Gelegenheit für ein paar Schnappschüsse. Auch das neue Brauhaus in Floß stand auf dem Tourplan: Inhaber Harald Schaller und Ludwig Koch machten extra für die Gruppe eine Führung. Koch weihte die Amerikaner auf Englisch in die Geheimnisse des Bierbrauens ein. Im Anschluss schenkten die Inhaber nicht nur Bier aus, sondern servierten auch gleich noch Leberkässemmeln dazu.

Einfach nur unterhalten


"Die Deutschen sind so nett, so aufgeregt Amerikaner zu treffen. Sie sind so interessiert", beschreibt Amelia Murray ihre Erfahrung. "Ich dachte, die Deutschen wären grob und fies." Für die 18-Jährige sind die schönsten Stunden beim Austausch die, wenn sich alle zusammensetzen und miteinander reden, wie hier in der Brauerei. "Einmal haben wir Bratwurst gemacht und uns einfach noch unterhalten. Das Programm bricht mit so vielen Vorurteilen. Es geht ja darum, Freundschaft zu schließen."

Die Deutschen sind so nett, so aufgeregt, Amerikaner zu treffen. Sie sind so interessiert.Amelia Murray (18), Massachusetts


Ich habe 15 Stunden geschlafen. Ich glaube, es war mehr ein Koma. Der Wasserpark war so ermüdend. Vorher war ich ja noch in Berlin.Josh Lacroix (19), Massachusetts
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