An die Hand genommen
Ehrenamtliche Jobpaten betreuen Schüler

Eine Bewerbung zu schreiben, kann Nerven kosten. Job-Paten helfen Schülern bei den Formalien während der Job-Suche. Archivbild: Hartl

Was gehört in den Lebenslauf? Was kommt in ein Anschreiben? Passt mein Bewerbungsfoto? Fragen über Fragen, die viele Schüler bei der Suche nach einer Lehrstelle überfordern.

Neustadt. Bei solchen Problemen stehen Job-Paten Mittel- und Förderschülern zur Seite. Rund 18 Ehrenamtliche betreuen Schüler der achten und neunten Klassen. "Vor allem solche, die beim Wechsel zwischen Schule und Beruf Schwierigkeiten haben", erklärt Engelbert Vollath, der das Projekt vor sechs Jahren ins Leben gerufen hat.

Zweimal im Jahr besuchen die Helfer Schulen in Neustadt, Flossenbürg und Altenstadt. "Dann fragen sie nach, ob Schüler Hilfe brauchen und wo es hakt." Die Zusammenarbeit zwischen den Job-Paten und Lehrkräften sei dabei sehr wichtig. Für eine langfristige und gute Arbeit muss ein harmonisches Verhältnis zwischen beiden Seiten herrschen, betont Vollath.

Manchmal fruchtet die Arbeit mit den Jugendlichen, manchmal auch nicht. Anton Sammet unterstützt seit drei Jahren junge Bewerber der Mittelschule in Windischeschenbach, die "durch alle Raster gefallen sind". Inzwischen weiß er, wann seine Hilfe umsonst ist. "Wenn jemand nur halbherzig bei der Sache ist, können wir auch nichts tun", bedauert der pensionierte Rektor.

Auf und ab


Herbert Rudolph sieht seine Arbeit deshalb darin, Jugendliche aufzurütteln. "Wir müssen ihnen einen Schubs geben und das Anfangsstadium beschleunigen." Der ehemaliger Mitarbeiter der Arbeitsagentur betreut sei sechs Jahren die Pestalozzischule Weiden und die Mittelschule Weiherhammer. Während dieser Zeit hat er sowohl Erfolge als auch Rückschläge erlebt. Manchmal erschüttert ihn das Desinteresse junger Leute. "Es ist aber auch schön, Schüler wieder auf den richtigen Weg zu bringen, sie in ihrem Tun zu bekräftigen", schwärmt Rudolph. Das erfordere Geduld, aber es lohne sich. Hin und wieder könne er Kontakte zu Arbeitgebern spielen lassen und so Vorstellungsgespräche in die Wege leiten.

"Es entmutigt Schüler natürlich, wenn sie nur Absagen bekommen", erläutert der 65-Jährige. Und woher sonst sollten sie lernen, sich richtig zu präsentieren? Zwar üben Job-Paten mit den jungen Leuten, sich auf ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten oder sich richtig zu verhalten. "Aber es ersetzt halt die Realität nicht."

Insgesamt 13 Schulen betreuen Ehrenamtliche bei der Ausbildungssuche. Zweimal im Jahr besuchen sie die Einrichtungen und erkundigen sich bei den Klassenlehrern, welche Schüler Hilfe brauchen. "Das sind vor allem solche, die es immer noch nicht geschafft haben, Bewerbungen zu schreiben", erklärt Sammet.

Diejenigen, die wirklich wollen, lassen wir nicht im Regen stehen.Herbert Rudolph, Job-Pate

"Diejenigen, die wirklich wollen, lassen wir nicht im Regen stehen", betont Rudolph. Sein Team geht sogar über die Hilfestellung beim Bewerben hinaus. Die Paten Katja Sertl und Karl Kraus geben zusätzliche Nachhilfe. Darauf ist der 65-Jährige stolz: "So schafft der ein oder andere auch einen höheren Schulabschluss als den Quali."

Für Sammet wiegen Paten-Schüler, die er auf den richtigen Weg gebracht hat, alle Arbeit und Mühen auf. "Es ist schön, wenn einer freudig auf mich zukommt und von seiner Lehrstelle erzählt." Dadurch fühle er sich in seinem Ehrenamt bestätigt. So geht es auch seinem Mitstreiter Rudolph. 33 Schülern hat er letztes Jahr zu einer Ausbildung verholfen, 11 entschieden sich für den weiteren Schulbesuch.

Erfahrungsschatz


Die meisten Job-Paten sind pensionierte Lehrer. Ihre Hilfe basiert daher hauptsächlich auf Erfahrung. "Wir Paten sind also keine Konkurrenz für andere Einrichtungen. Das wollen wir auch gar nicht sein", betont Rudolph. Erste Ansprechpartner seien aber Berufseinstiegsbegleiter von Institutionen wie Kolping. Seien die mit der Arbeit in den Klassen überfordert, kämen sie auf die Ehrenamtlichen zu.

Ehrenamt Job-PateInsgesamt 13 Schulen in Weiden, Neustadt, Vohenstrauß, Altenstadt, Floß, Windischeschenbach und Erbendorf betreuen die Job-Paten. Die meisten Ehrenamtlichen sind pensionierte Lehrer und an Mittel- sowie Förderschulen tätig. In Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt und der Berufseinstiegsbegleitung gehen sie an Schulen und bieten ihre Hilfe beim Bewerbungsprozess an. "Meistens betreuen wir Schüler, die durch alle Raster gefallen sind und Unterstützung brauchen", erklärt Anton Sammet, Job-Pate und ehemaliger Schulrektor. Zum einen helfen die Paten dabei, Bewerbungen zu schreiben, Praktika zu vermitteln oder Vorstellungsgespräche zu führen. Andererseits motivieren sie junge Menschen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Dazu gehört, über die Zukunft nachzudenken, eigene Interessen kennenzulernen und den Schülern Chancen aufzuzeigen. (esm)
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