Ausstellung im "Hausfluss" - Vernissage am 17. Juni
„Unten am Fluss“ in Arbeit

Otto Dünne hängt seine Linolschnitte an die historischen Wände.
 
Der Neustädter Künstler Stefan Schadeck holt einen Baumstumpf aus dem "Hausfluss"-Fundus und befestigt eine seiner surrealen Malerein darauf.

Für die Vernissage schlüpfen die vier Oberpfälzer Künstler in die Rolle der Handwerker. Sie bereiten ihre Ausstellung vor, die heute um 19 Uhr beginnt und am Sonntag, 19. Juni, wieder endet. Knapp 70 Kunstwerke passen in das alte Fachwerkhaus des "Hausfluss"-Vereins.

"Wegen dem Büfett zur Vernissage sollten wir uns abstimmen", wirft Stefan Schadeck in die Runde ein. "Damit nicht jeder das gleiche mitbringt. Ich mach was mit Fisch." Klaus Kuran wendet schmunzelnd ein: "Wieso. Dann gibt's halt zweimal Fisch. Wir sind doch auch unten am Fluss."

"Unten am Fluss", so heißt die Ausstellung, die der Neustädter Schadeck und Kuran aus Püchersreuth zusammen mit der Schirmitzerin Gerda Moser und Otto Dünne aus Weiden veranstalten. Die vier sind ein eingespieltes Team, kennen sich seit Jahrzehnten aus dem Oberpfälzer Kunstverein. Jeder bringt etwa 17 Bilder, Kuran zusätzlich drei Plastiken. Mehr als 60 Werke sollen also in der Alten Schießstätte im Mühlbergweg direkt neben der Waldnaab Platz finden. Die Entscheidungen sind schnell getroffen. Sowohl im ersten als auch im zweiten Stock bekommt jeder einen eigenen Bereich. "Damit auch die Rollstuhlfahrer Werke von uns allen sehen können", erklärt Moser, die gerade aus einem Stapel farbenprächtiger Acrylbilder eine Auswahl trifft.

Hängende Wände


Platzprobleme haben die Künstler kreativ gelöst mit Zwischenwänden, die sie an der Decke befestigt haben. "Andere haben die hängenden Gärten der Seramis. Wir haben die hängenden Wände von Neustadt", bemerkt Schadeck. Die klinisch-weiße Ausstellungsfläche, die man aus Museen und Galerien kennt, gibt es in dem Gebäude des Kunst- und Kulturvereins "Hausfluss" nicht. Die Wände sind mit braunem Sand verputzt. Das Fachwerk ist sichtbar. Hier und dort hängen Steckdosenleisten von der Decke.

"Anfangs hatte ich Bedenken, ob der Hintergrund für die Bilder zu unruhig wirkt. Aber ich finde das funktioniert ganz hervorragend", sagt Schadeck. "Es ist eine tolle Atmosphäre hier", stimmt Dünne zu, der sich sonst ganz auf die Platzierung seiner Linolschnitte konzentriert. Die Ausstellung ist am Tag der Vernissage und am Samstag, 18. und Sonntag, 19. Juni, von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Alle vier Künstler werden währenddessen vor Ort sein.

Von surreal bis abstrakt


Moser und Kuran kümmern sich darum, die lange Stoffbahn mit der Aufschrift "Ausstellung" draußen zu befestigen. Ausnahmsweise scheint mal die Sonne. So entscheiden sich die Oberpfälzer Künstlerfreunde noch ein paar Bilder an den Haus- und Scheunenwänden anzubringen. "Wenn es regnet, kommt das wieder weg", sagt Moser.

Der ehemalige Weidener Kunstlehrer der Fachoberschule Hermann Wild schaut vorbei. Er hatte Klaus Kuran bereits als Schüler und wird die Eröffnungsrede am Freitag um 19 Uhr halten. "Von der surrealen bis zur abstrakten Kunst sind hier alle Stilrichtungen vertreten. Es gibt Öl- und Acrylmalerei, Linolschnitte, Radierungen und Skulpturen. Und alles fügt sich wunderbar zusammen", lobt Wild. Noch ist Baustellenatmosphäre. Überall stehen Leitern herum, die Künstler hämmern, räumen und diskutieren. Es wird entschieden, wo die Bluesband "Red Moon" stehen wird, bei der auch ein Bruder von Kuran mitspielt. Der Büfett-Tisch ist aufgebaut und "Unten am Fluss" ist bereit.
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