Franz Frisch ist vernarrt in die Alpen
Volljährig und ab auf die Piste

Klettern, und wenn es beim Training mit den Stahleisgeräten am Übungsbalken im heimischen Treppenhaus geschieht, ist eine Leidenschaft von Franz Frisch. Neben seinen alpinen Hobbies engagiert sich der Pirker auch im Rettungsdienst des BRK Weiden und bei der Constantia Werksfeuerwehr. Bilder: Schönberger (2)
 
Schon im November hat Fritsch, der Mitglied im DSV-Landeslehrteam ist, die Bretter aus dem Keller geholt.

Franz Frisch liebt die Spannung und kurze Wege. Beruflich ist er als Elektromeister unterwegs, privat zieht es ihn in den Alpen auf verschneite Grate, in Felswände und durch Wasserfälle.

Neustadt/Pirk. Das alpine Fieber erfasste den Pirker im Alter von 18 Jahren. Im Mai machte er den Führerschein und im Winter einen Skikurs im Steinwald. "Ab da ging es los." Das war im Winter 1975. Die Eltern hatten mit dem Skifahren nichts am Hut. "Der Vater hat Eishockey gespielt und wir sind auf dem Dorfweiher Schlittschuh gefahren", erinnert sich Frisch. Nach seinem Skistart in Pfaben wedelte er über die Pisten am Arber und bald auch auf dem Stubaier Gletscher.

Der heute 60-Jährige hat ständig dazugelernt und auch schon mit acht Leuten von der DJK Neustadt bei 22 Grad Minus im Iglu weit oben am Berg übernachtet. "Wenn Du dann in aller Frühe am Gipfel bist, ist das schon super." Weiter unten in der Weidenerer Hütte sind andere Skitourengeher um 3 Uhr aufgestanden, um die ersten Spuren im Neuschnee zu ziehen. "Während die noch hochgehen, fahren wir von oben zu neunt durch die schönsten Hänge", lächelt Frisch. "Das war es wert, im Schnee zu übernachten." Normalerweise zieht aber auch er Hütten vor.

Ein Graben gegen die Kälte


In der Nacht war Frisch regelmäßig aus dem Schlafsack gekrochen, um zu überprüfen, dass die Sauerstoffzufuhr im Biwak trotz Schneefalls frei war. "Niemand sollte auf die Idee kommen, einfach ein Loch zu graben und darin zu schlafen", weiß der zweifache Vater und zweifache Opa. Wichtig beim Iglu sind der richtige Standort, die passende Schneedecke, ein Kältegraben und die Belüftung. "Das musst Du lernen, probieren und testen - vor allem wenn man das als Kurs anbietet."

Ein Fehler passierte dem damaligen Tourenreferent des Oberpfälzer Skiverbandes - Nachfolger ist mittlerweile der Altenstädter Klaus Joachimsthaler - auf der Haute Route von Argentière bei Chamonix nach Zermatt. "Wir waren super vorbereitet, hatten fünf bis sechs Etappen geplant." Doch nach drei Tagen musste die Gruppe abbrechen. Einer konnte nicht mehr weiter. "Bei ihm waren die Schienbeine aufgescheuert." Gemeinsam nahmen sie einen Weg ins Tal, um mit dem Bus zurückzufahren.

Es war Mitte Mai und die Überraschung ereilte die Tourengeher an der Haltestelle, die Frisch angepeilt hatte. Der nächste Bus wäre erst im Juni gekommen. Also hieß es neun Kilometer mit Skistiefeln und Gepäck auf den Serpentinen einer Teerstraße statt auf verschneiten Graten zurückzulegen. "Das sind Dinge, die vergisst man nicht. Da lachen wir heute noch."

Den Pirker fasziniert in den Alpen die Bewegung in der und die Auseinandersetzung mit der Natur. "Man muss sich gut damit befassen, um das Risiko abzuschätzen, den Aufstieg der gewählten Route und auch den Abstieg wieder zu schaffen. "Der langsamste gibt das Tempo vor." Lawinen sind die größte Gefahr. "Es ist schon ewig her. Bei einer Skitour haben wir eine Gruppe rausgezogen, die vor uns verschüttet wurde." Das Wissen hat sich Frisch in vielen Kursen beim Deutschen Skiverband (DSV) angeeignet. Bereits fünf Jahre nachdem er mit dem Skifahren anfing, hatte er den ersten Ausbilderschein in der Tasche. Das war 1980. Als Übungsleiter engagierte er sich beim Skiclub Steinwald.

Weitere fünf Jahre später war Frisch Skitourenführer. Es folgten Gletscherlehrgang, 1987/88 die Ausbildung zum Skihochtourenführer, was Klettern in den Kategorien 3 oder 3+ beinhaltete, und ein Jahr später der Landesausbilderlehrgang. 1990 erhielt er als Krönung seiner Profession die Berufung ins Landeslehrteam. Weil die DJK für ihre Skischule einen DSV-Skilehrer brauchte, wechselte Frisch vor rund zwölf Jahren vom Ski-Club Steinwald in Pfaben nach Neustadt.

Alleinerziehend mit Mann


Am vorletzten Novemberwochenende startete der Extremsportler heuer die Saison. "Ich bringe es auf 20 bis 35 Skitage. In meiner Hoch-Zeit waren es auch schon mal über 40 plus An- und Abreise." Das bestätigt auch Ehefrau Isolde. Skifahren werde weniger, dafür gehe der Gatte mehr Klettern. "Ich war alleinerziehend mit zwei Kindern und einem Mann", beschreibt sie lachend das Familienleben.

Sich selbst bezeichnet sie als "Pistenkratzer". In den Tiefschnee zieht es Isolde nicht. Im Sommer kraxle sie Franz gerne im Fels hinterher. "So schlecht kann sie gar nicht sein", schmunzelt der. Wenn er mit seinen Kollegen zum Klettern gehe und die sich zieren, ziehe er sie damit auf, dass er hier mit seiner Frau auch schon gewesen sei.

Gefährliches Eis


Für sich selbst kann der klassische Kletterer mit dem modernen Boldern wenig anfangen. "Für mich gehört immer ein Höhengewinn dazu." Auch das Free Climbing ist nicht seine Sache. Ganz anders sieht es mit der Faszination Eisklettern aus. "Das ist die heikelste Spielart, die Du in den Alpen tun kannst." Über zehn Jahre war er mit dem Unterköblitzer Markus "Pischi" Pischulte in gefrorenen Wasserfällen unterwegs.

Zweimal stand der Oberpfälzer bereits auf dem Gipfel des Mont Blanc. Höhenbergsteigen beispielsweise im Himalaya hat ihn dagegen nie gereizt. "Du brauchst viel Zeit zur Anreise und um dich zu akklimatisieren." Europa und gerade die Alpen böten so viel für Kletterer und Skitourengeher. "Es nützt nichts, wenn du fünf Tage Zeit hast und bist drei Tage allein für die Anreise unterwegs." Das sieht er ähnlich wie den Weg zur Firma, bei der er seit 45 Jahren beschäftigt ist. Zum Arbeitsplatz bei Constantia Hueck muss der Elektromeister nur drei Minuten gehen.

ProgrammZum Teil in Zusammenarbeit mit dem SV Wurz bietet die Skiabteilung der DJK Neustadt folgendes Programm an:

7. Januar: Einweisung Verschütteten-Such-Gerät auf dem DJK-Gelände von 14 bis 16.30 Uhr.

21. Januar: Bus-Tagesfahrt zum Wilden Kaiser.

27. bis 29. Januar: Tiefschneekurs für Einsteiger und Skiwochenende im Hochzillertal.

18. bis 19, Februar: Skitourenkurs für Einsteiger im Bayerischen Wald.

22. Februar: Bus-Tagesfahrt für Damen zum Wilden Kaiser.

3. bis 5. März: Busfahrt nach Südtirol.

18. bis 19. März: Skitourenkurs für Fortgeschrittene im Großarltal.

7. bis 9. April: Skihochtourenkurs für Fortgeschrittene im Ortlergebiet.

21. Mai: Klettersteig Schnupperkurs am Höhenglücksteig in der Hersbrucker Schweiz.

24. bis 25. oder bis 27. Juni: Klettersteigkurs Anfänger und Fortgeschrittene in den Zillertaler Alpen.

Ansprechpartner: Alpin und Skigymnastik: Heinz Siebert (09602/3587) und Dietmar Wildenauer (0179/5456559); Kurse: Ernst Lethoff (0172/2923878). (ui)
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