Mammon und Bankenkrise
Nachdenkliche Predigt beim OWV-Berggottesdienst auf dem Harlesberg

Statt im Freien begrüßte OWV-Vorsitzender Rudolf Bäumler (links) die Besucher der Berggottesdienstes in der Scheune des Scheidlerhofes. Pater Stanislaus predigte über den Nutzen des ungerechten Mammons. Bild: bgm

"Der Himmel ist trübe, aber unsere Seele ist heiter, die Luft ist rau und kalt, aber unser Herz ist warm und mild, es stürmt in der Natur, aber ruhig ist unser Gewissen." Mit diesem Gebet begrüßte OWV-Chef Rudolf Bäumler die Gläubigen beim Berggottesdienst auf dem Harlesberg.

Der neue Guardian, Pater Stanislaus Sliwinski, zelebrierte erstmals die Messe. Leider nicht als Freiluftgottesdienst wie in den Vorjahren: Die Helfer des Oberpfälzer Waldvereins hatten wegen des strömenden Regens die Scheune des Scheidlerhofs mit Altar und Holzkreuz in ein Gotteshaus umgewandelt, geschmückt mit Feuerdorn und Sonnenblumen. "Zwar können wir nicht im Freien sein, dafür habe ich eine längere Predigt vorbereitet. So werden auch schöne Erinnerungen bleiben", meinte Pater Stanislaus mit einem Augenzwinkern.

Er predigte vom untreuen Verwalter, der den Reichtum seines Herrn verschleudert. Als sein Herr auf das unlautere Verhalten aufmerksam wird und die Kündigung droht, überlegt sich der Verwalter eine Strategie, um künftig nicht betteln zu müssen. Er lädt die Schuldner seines Herrn zu sich und erlässt ihnen Teile ihrer Abgabepflichten, um sich mit ihnen gut zu stellen. "Zu unserer Überraschung lobte der Herr das Verhalten des untreuen Verwalters", erläuterte Pater Stanislaus. In dem Herrn müsse man Jesus selbst sehen. Er würdige den Verwalter nicht wegen seines verwerflichen Verhaltens, sondern wegen seiner Klugheit. Es gehe um mehr als die Mehrung des eigenen Besitzes: um das Leben. "Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons. Die Kirche wird damit aufgefordert, sich den ungerechten Mammon zunutze zu machen", so der Guardian.

Nichts erwarten


"Mammon" werde auch als "Besitz, der eines Tages dahingeht" übersetzt. "Das merken wir auch an der Verwaltung mancher Banken", kritisierte Stanislaus etwas leiser in einem Nebensatz. Aus dieser Perspektive erhalte Besitz einen neuen irdischen Wert. Gutes tun und nichts dafür erwarten - das solle einen Christen auszeichnen. Auf dem Altar erinnerten acht Kerzen an die seit dem letzten Berggottesdienst verstorbenen OWV-Mitglieder. "Dass diese Feier uns noch lange in Erinnerung bleiben wird, dazu hat auch die Stadtkapelle beigetragen", lobte Bäumler.
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