Aggressive Jungstörche greifen Brutpaar an
Mordanschlag auf dem Alten Schloss

Mitarbeiter des Landratsamts und Storchenbetreuer Gerold Haas rätseln, wer da gerade versucht, sich fortzupflanzen: ein Storchenpaar, das seine Vorgänger in terroristischer Manier vertrieben hat, oder die Alteingesessenen, die sich ihren Horst auf dem Alten Schloss zurückgeholt haben.
Von wegen Idylle. Wenn die Natur zu Grausamkeit neigt, dann heftig. Mitte vergangener Woche attackierte ein Jungstorchenpaar die beiden Vögel, die seit Jahren den Horst auf dem Alten Schloss belegen. Sie töteten die zwei Nachkommen und warfen sie aus dem Nest. Das kurze Leben der Küken endete in der Dachrinne des Schlosses.

Wie Storchenbetreuer Gerold Haas berichtet, versuchten die Eltern den Horst zurückzuerobern. Ob die Aggressoren oder die Verteidiger inzwischen Herren über das Nest sind, lässt sich nicht zweifelsfrei sagen. Klar ist allerdings, dass ein Paar versucht, dort Nachwuchs zu zeugen, "Das wird nichts mehr bringen", bedauert Haas. Für Adolf Küblböck vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) stehen dagegen die Chancen, dass nochmals Junge schlüpfen, gar nicht so schlecht.

Schon im März mussten sich die Alteingesessenen immer wieder Attacken der beiden Artgenossen erwehren. Haas hat diese Angriffe gefilmt. Er vermutet, dass die Luftkämpfe mit einem Geburtenüberschuss bei Störchen im vergangenen Jahr zusammenhängen. Da das Wetter mild war und die Brut nicht wie teilweise in den Vorjahren in den Nestern ertrank, kamen viele Jungstörche durch. Die sind heuer mit den Altvögeln aus Afrika zurückgeflogen, stoßen aber auf ein zu geringes Angebot an Horsten. Also wollen sie die bisherigen Nestbesitzer vertreiben. So kommt es zu Dramen wie auf dem Alten Schloss.


Storchenberater Gerold Haas hat das Geschehen im Horst gefilmt

Daher würde sich Haas wünschen, dass Gemeinden oder Privatleute auf höheren Gebäuden Storchennester anlegen. Dies sei nicht allzu schwer. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) gibt Tipps und stellt Nestkränze zur Verfügung. "Ich könnte mir das gut in Altenstadt oder Wurz vorstellen, weil dort das Nahrungsangebot auf Feuchtwiesen sehr groß ist."

LBV-Experte Küblböck warnt jedoch vor zu großen Erwartungen. Störche würden sich ihre Brutstätten auch selbst bauen, zudem seien Horste in Pirk, Mantel oder Floß verwaist. "Das liegt an einem zu knappen Nahrungsangebot, bedingt durch mehrmalige Mahd und intensive Landwirtschaft." Küblböck gibt unter Telefon 09605/2468 Tipps, wie man den Tieren halfen kann.
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