Amateure, aber Könner
Salonorchster begeistert bei Muttertagskonzert

Einen bunten Strauß herrlicher Walzer- und Operetten-Melodien präsentierte das Salonorchester unter der Leitung von Heribert Bauer in der voll besetzten Stadthalle. Die Zuhörer spendeten riesigen Applaus. Bild: prh

Wenn sich das Salonorchester die Ehre gibt, ist die Stadthalle voll. Der Muttertag war da keine Ausnahme. Das 55-köpfige Ensemble präsentierte unter der Leitung von Heribert Bauer einen bunten Melodienstrauß aus der Welt des Walzers und der Operette. Nicht nur die Mütter waren begeistert.

"Wir sind keine Künstler, aber Liebhaber der Musik", gab sich Dirigent Bauer bescheiden. Doch Hauptsache die Motivation stimmt, und die war von Anfang an zu spüren. Leidenschaft und Probenfleiß zeigten ein herausragendes Ergebnis. Dazu kam eine Auswahl an wunderschönen Walzer- und Operettenmelodien, Polkas und Märschen, für die Bauer seit vielen Jahren ein Händchen hat.

"76 Posaunen haben auf der Bühne keinen Platz", bedauerte Maria Hirsch, die charmant und mit viel Hintergrundwissen durchs Programm führte. Die "Seventy six trombones" bildeten den flotten Auftakt, gefolgt von einem feurigen spanischen Zigeunertanz, dem "Paso Doble" von Pascale Marqina.

Walzer und Polka


Mit dem schwungvollen Walzer "Ganz allerliebst" von Emil Waldteufel fuhr das Orchester auf Normaltemperatur zurück. Das quirlige und schwierige Stück ähnelt der Musik von Strauß, mit dem sich der Komponist in Berlin einen friedlichen "Walzerkampf" lieferte. Die Musiker kamen immer besser in Fahrt und zeigten ihr Können bei der schnellen Polka "Plappermäulchen" von Josef Strauß.

Strauß setzte damit allen plappernden und ratschenden Mäulchen ein Denkmal. Selbst am Ende des Stücks formulierten die Instrumente ein Nachplappern, da sie nicht alle gemeinsam aufhörten. Was gibt es Schöneres als eine gute Nachbarschaft? Mit dem "Gruß an Böhmen" von Vaclav Vackar spielte das Orchester einen flotten Marsch als Hommage an das Nachbarland.

Besonders gut kamen beim Publikum die Ausflüge in die Operette an. Die wunderschöne Ouvertüre aus "Dichter und Bauer" von Franz von Suppé begann gefühlvoll mit einem Cello-Solo. Die Cellistin meisterte auch die schwierigsten Passagen problemlos. In "Dichter und Bauer" geht es um Verwicklungen in der Liebe, dem Stoff, aus dem die Operetten sind.

Weitere Höhepunkte folgten mit dem "Ballsirenen-Walzer" aus der "Lustigen Witwe" von Franz Lehar und den "Maxim-Marsch" aus der gleichen Operette. Mit Letzterem hatte sich Johannes Heesters auch in die Herzen seiner Fans gesungen.

Einladung zum Mitsingen


Am Ende des zweistündigen Konzerts ernteten Orchester und Dirigent langanhaltenden Applaus für ein begeisterndes, abwechslungsreiches Programm mit wunderschönen Melodien. Die Musiker bedankten sich dafür mit "Tulpen aus Amsterdam", "Lustig ist das Zigeunerleben" oder "Waldeslust" zum Mitsingen und Mitklatschen.
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