Dem Kaiser zur Ehr
Neustadt plant zahlreiche Veranstaltungen zum 700. Geburtstag von Karl IV.

Seit dem Mittelalter ist Kaiser Karl zumindest bei den Neustädter Holzrechtlern unvergessen. Bild: krb
Kultur
Neustadt an der Waldnaab
12.02.2016
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Kaiser Karl IV. ist zu seinem 700. Geburtstag in aller Munde. Damit auch Neustadt weiß, was es dem Herrscher aus dem 14. Jahrhundert zu verdanken hat, haben sich die "Kulturfreunde Lobkowitz" Einiges ausgedacht. Den modernen Kontrapunkt setzen sie mit einer neuen Konzertreihe.

Kulturreferent Bernhard Knauer hat mit seinen Mitstreitern schon einmal die Termine abgesteckt. Neben sonntäglichen Stadtführungen am 5. Juni, 10. Juli und 25. September (17 Uhr, Treffpunkt Brunnen vor dem Landratsamt) planen sie zwei bis drei Sonderführungen zum Thema Kaiser Karl. Sie gehören zum Begleitprogramm der bayerisch-tschechischen Landesausstellung. Knauer und Max Peter werden dabei in historische Gewänder schlüpfen und erzählen, wie der Kaiser die Stadt geprägt hat. Knauer wird höchstpersönlich die Rolle des Regenten übernehmen. Allzu historisch-streng wird es nicht zugehen. Die beiden Heimatexperten streifen auch durch andere Jahrhunderte. "Unterwegs sind einige Überraschungen eingebaut", kündigt Knauer an. Mehr will er nicht verraten.

Der Schwerpunkt wird auf der Freyung liegen. Diesen Ortsteil hat Karl IV. im Jahr 1353 gegründet. Er spielt eine große Rolle in der jüdischen Geschichte Neustadts. Bis weit ins 16. Jahrhundert blieb die Freyung selbstständig und hatte sogar einen eigenen Bürgermeister. Auch die Pestepidemie anno 1634 sprechen die beiden Stadtführer an.

Wald mit Geschichte


Termine sind die beiden Freitage 24. Juni und 29. Juli. Treffpunkt ist um 18 Uhr am Brunnen vor dem Rathaus. Karten gibt es für fünf Euro ab Mitte Mai in der Gärtnerei Steinhilber. "Wenn es gut läuft, sind noch ein bis zwei weitere Führungen möglich", sagt Knauer. Nicht vergessen ist eine Wohltat des Kaisers, von der Bürger heute noch profitieren: der Corporationswald. Karl schenkte ihn den Neustädtern anno 1354. 149 Menschen haben noch heute das Recht, die rund 500 Tagwerk zu bewirtschaften. Was es damit auf sich hat, stellt Förster Markus Fritsch bei drei Waldbegehungen vor.

Handschuh wird restauriert


Los geht's am 21. Mai mit dem Bürgerwald am Süßenloher Weiher. Es folgen am 2. Juli der Satzberg bei Neustadt und am 17. September eine Exkursion in den Forst bei Altglashütte. Treffpunkt ist um 15 Uhr vor dem Landratsamt. Dort werden Fahrgemeinschaften gebildet. Die Führungen sind kostenlos, gegen eine Spende hat jedoch niemand etwas.

Karls Waldschenkung belegte er mit seinem berühmten Handschuh als Faustpfand. Dieses Prunkstück des Stadtmuseums holen Mitarbeiter des Hauses der Bayerischen Geschichte noch im Februar ab. Sie lassen es restaurieren und bringen es als Teil der Landesausstellung in einer eleganten Vitrine zurück. Das alles läuft in enger Abstimmung mit Tourismus-Fachmann Reinhold Zapf vom Landratsamt. Denn auch Nachbargemeinden planen Veranstaltungen zu Karl IV. Die sollen sich nach Möglichkeit nicht gegenseitig die Besucher wegnehmen.

Garten voller MusikDie Kulturfreunde Lobkowitz wollen dem Barockgarten am Landratsamt etwas mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Dazu starten sie eine Konzertreihe an drei Donnerstagen im Sommer. Die liegen in Wochen, in denen keine Serenaden in der Freizeitanlage angesetzt sind. Ein großer Vorteil: Sollte es regnen, können die Kulturfreunde kurzfristig ins Foyer des Alten Schlosses ausweichen. Beginn ist immer um 19 Uhr. Beim Programm stand NT-Kulturredakteur Stefan Voit beratend zur Seite. Folgendes ist geplant:

Dr. Will: Akustischer Vodoo-Blues am 30. Juni.

Ulla Haesen und Joscho Stephan: Samba trifft Gypsy Swing am 14. Juli

Black & Patti: Delta-Blues aus München am 28. Juli. (phs)
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