Künstler Karsten Neumann scheitert mit Antrag zur Umbenennung des Eichendorffwegs in ...
Freundliche Absage für Recyclist

Der Nürnberger Künstler Karsten Neumann bezeichnet sich als "Individualist, Buddhist, Radikalist und Recyclist". Kostproben seines Schaffens gab er bei der Performance zur Ausstellungseröffnung "Flower Power" in der Alten Schießstätte. Das Leuchtobjekt schwimmt nun auf der Waldnaab. Bild: prh
Kultur
Neustadt an der Waldnaab
28.07.2016
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Vor der Alten Schießstätte kniet ein Mann im Gras und macht sich an alten Plastikkanistern und Weichspülerflaschen zu schaffen. Es ist Karsten Neumann. Er gehört nicht etwa zu einem Entsorgungsunternehmen. Als Künstler und Recyclist verwandelt er schelmisch und mit erhobenem Zeigefinger Schrott in Kunst.

Mit tibetanischen Klangschalen eröffnet er bei der Vernissage zur Ausstellung "Flower Power" seine Performance. Er zwickt und schraubt an gebrauchtem Plastik, bläst in ein Muschelhorn und erzählt vom Müll und was man damit alles anrichten kann. Er steckt LED-Lichter in drei Kanister, die von einem Solarpaneel mit Strom versorgt werden und verziert die Kunststoffbehälter mit Plastikresten. Das Kunstwerk setzt er in die Waldnaab.

Ausgestellt hat er auch das Schreiben der Stadtverwaltung, das er als Antwort auf seinen Antrag bekam. Er wollte den Eichendorffweg am Felix nach einem 1977 verstorbenen türkischen Schriftsteller in den Oguz-Atay-Weg umbenennen. "Seit Jahrzehnten schuften die Türken bei uns. Warum sollen sie nicht einen Teil ihrer Kultur in unseren Straßennamen wieder finden?", erklärt er.

Bürgermeister Rupert Troppmann antwortete in dem Schreiben freundlich, dass es den Anwohnern nicht zuzumuten sei, die neue Adresse bei sämtlichen Versicherungen, Banken oder Behörden umzumelden. Im Übrigen würden Straßennamen nur bei Neuanlage benannt.

Der Nürnberger Künstler hat an der Akademie der Bildenden Künste klassische Malerei und Bildhauerei studiert. Das wurde ihm aber schnell zu langweilig. Als er mit dem Objektschweißen beginnt, fliegt er aus der Klasse.

Seit 2002 widmet sich der geborene Würzburger der Plastikkunst. "An Plastik haben mich als Maler die bunten Farben interessiert. Plastikmüll ist bis heute ein Thema geblieben. Kunststoff besteht aus Öl und darum werden ganze Kriege geführt", berichtet Neumann.

Eine Kostprobe seines Wirkens erhält der Besucher beim Gang durch seine Ausstellung "Flower Power", die der Kunst- und Kulturverein "Hausfluss" organisiert hat. Zu sehen sind Skulpturen aus Plastik, Lichtobjekte oder Radkappen-Mandalas.

ÖffnungszeitenDie Ausstellung "Flower Power" ist an den Wochenenden, 30. und 31. Juli, von 13 bis 18 Uhr sowie vom 5. bis 7. August, von 13 bis etwa 21 Uhr geöffnet. (blu)
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