Magma und Sternenstaub
Ernst Umann stellt Acrylbilder im Rathaus aus

Ernst Umann (Mitte) freute sich über eine gut besuchte Vernissage und erklärte gut gelaunt, was er mit seinen Werken ausdrücken will. Bild: gag
Kultur
Neustadt an der Waldnaab
22.02.2016
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Künstlerhaus und Bürger-Treffpunkt statt Antragsabgabestelle: So stellt sich Stadtoberhaupt Rupert Troppmann das Rathaus vor. Ernst Umanns Ausstellung ist ein weiterer Schritt dazu.

Sie bietet einen reizvollen Kontrast, erläuterte Troppmann bei der Vernissage augenzwinkernd. Im Rathaus sollte alles nicht länger als ein, zwei Wochen dauern, Umann richtete den Blick aber auf Prozesse, die Abermillionen Jahre dauern. "Eine Anregung zur Entschleunigung."

"Ein Ausschnitt aus der Ewigkeit" heißt Umanns farbenprächtiger Bilderreigen. Ausschnitte aus vier Milliarden Jahren Evolution, von der einst glutflüssigen Kugel bis zur Entstehung des Menschen. Acryltechnik in verschiedenen Ausführungen, besondere Effekte, die Mischung der Farben mit Steinen, Asche oder Sand bei der Darstellung von Landschaften oder Magmafeldern machen jedes der 13 Bilder zu etwas Einmaligem.

Zu jedem Bild hat Umann eine kurze Geschichte angefügt, um den Betrachter tiefer in die Szene hineinzuführen. "Der Mensch hat das Antlitz der Erde verändert: Straßen, Schienen, Bohrtürme, Müllhalden haben es nicht schöner gemacht", ist unter einem Exponat zu lesen.

Die Idee dazu kam dem Künstler im Sommer beim Betrachten des Sternenhimmels in einer klaren Nacht. "Wenn mich etwas fasziniert, muss ich es malen." Umann fing an, sich in die Erdgeschichte einzulesen, über Vulkanismus, Verwerfungen, Eiszeiten, Meteoriteneinschläge.

"Dem Menschen von heute ist das Gespür für seine Umwelt fremd geworden", bedauert der Künstler. Dabei wäre es höchste Zeit, sich um die Zukunft unseres Planeten Gedanken zu machen, um die Schonung der Ressourcen ebenso wie um das Klima, wenn wir noch länger existieren wollen. "Die Erde wird sich noch viele Millionen Jahre drehen. Die Frage ist: mit uns oder ohne uns?"

Etwa ein Jahr hat der Künstler an seinen Werken gearbeitet, sie immer wieder übermalt, geändert, verbessert. Expressiv laden die Kunstwerke bis 18. März zu näherer Betrachtung im "Künstlerhaus" ein.
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