Prächtige Aufnahmen
Sparkasse präsentiert Fotoreportage entlang der Goldenen Straße

Rainer Christoph (rechts) kennt die Geschichte der Goldenen Straße und Geschichten, die der Handelsweg erzählt. Für Martin Fraas vom "Servus"-Magazin (links) war er ein idealer Führer. Fotos aus dem Heft, wie hier der Doost, sind bis 28. Juni in der Sparkasse ausgestellt. Bild: phs

Bescheidenheit gilt als Teil der Oberpfälzer DNA. Weg damit. Zumindest bis 28. Juni ist das Grenzland an der Goldenen Straße eine Hochglanzregion. Das machen 24 prächtige Fotos deutlich, die als Großformate die Schalterhalle der Sparkasse schmücken.

Die Aufnahmen sind das Resultat einer viertägigen Reportagereise von Redakteur Martin Fraas und Fotograf Thomas Straub. Im September 2015 waren sie von Weigendorf im Landkreis Amberg-Sulzbach bis Bärnau unterwegs. Bei Kaiserwetter beschrieben und bebilderten sie die Hauptverkehrsader von Kaiser Karl IV., der heuer 700. Geburtstag hat.

Im Juliheft des "Servus"-Magazins, das wie der gleichnamige Fernsehsender zum Imperium des Salzburger Red-Bull-Konzerns gehört, bringen sie die Mittelalter-Magistrale zum Leuchten. Darauf ist Rainer Christoph zurecht stolz. Der Vorsitzende des Fördervereins Goldene Straße war Lotse der beiden Journalisten bei ihrer Tour zu landschaftlichen und zwischenmenschlichen Besonderheiten.

Akribische Arbeit


Das Ergebnis überraschte selbst ihn als Kenner: "Wie der Fotograf mit einer App auf die Minute genau den Sonnenstand angezeigt bekam, den er für sein Bild gebraucht hat - so etwas habe ich noch nie gesehen." Wohl wahr: Wer an den Stellwänden entlangschlendert, merkt, dass sich die "Servus"-Leute viel Mühe gegeben haben.

Da tauchen nicht nur wunderbare Panoramen wie der Doost und der Kirchsteig bei Bärnau auf, sondern auch Typen, die sich - DNA - in Bescheidenheit üben, obwohl sie allen Grund hätten, auf den Putz zu hauen: die Zupfer-Moidln als unverwüstliche Volksmusik-Ikonen, ein Teichwirt aus Hahnbach, der den Ur-Karpfen wieder in die Weiher zurückbringen will, oder ein Züchter von Araber-Pferden aus Bärnau, dessen Tiere doppelt so teuer sind wie ein Ferrari. "Für mich eine ganz neue Perspektive der Region", sagt der in Weiden aufgewachsene Fraas.

Von wegen strukturschwach


Wie mythisch das Terrain ist, auf dem er sich mit seinem Fotografen bewegte, erläuterte Christoph bei der Vernissage am Dienstagabend: 244 000 Transporte im Jahr, täglich 678 Fuhren, zogen zu Karls Zeiten auf der Goldenen Straße durchs Land. Nürnberg war das produzierende Zentrum, Prag das geistige. "Da wäre was zu verdienen gewesen für Ihre Sparkasse", flachste der Heimatkundler in Richtung Wolfgang Huber. Der Filialleiter stimmte zu und bedauerte, dass er nicht alle 2000 Aufnahmen zeigen kann, die Straub und Fraas auf ihrem Streifzug eingefangen haben. Bürgermeister Rupert Troppmann freute sich, dass Neustadt bei dem Projekt so etwas wie der Mittelpunkt geworden ist. Mit dem Zoigl, dem Corporationswald und seinem Volksmusik-Duo ist die Stadt gleich dreimal in Reportage und Ausstellung vertreten. Kein Wunder, dass die Zupfer-Moidln zu Sekt und Häppchen gut singen hatten.
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