Produktionsfirma "Unfourseen": Bekannt über die Grenzen Neustadts hinaus
Student und Unternehmer

Wenn man eine Firma hat und das erfolgreich machen will, muss man in Kauf nehmen, dass man auch mal länger als bis 8 Uhr abends arbeitet.

Mit "Abbitte eines Mörders" oder dem Musikvideo zu "Take your Time" von William's Orbit hat die Firma "Unfourseen" nicht nur in der Region auf sich aufmerksam gemacht. Josef Hallmann aus Neustadt ist einer der vier Gründer. Wie gelingt die Unternehmensgründung parallel zum Studium?

"Nicht so viele Gedanken machen, nicht warten, einfach machen. Das ist das Essenziellste", beschreibt Josef Hallmann die ersten Schritte zum eigenen Unternehmen. Zusammen mit drei Studienfreunden hat er im März 2013 die Produktionsfirma "Unfourseen" gegründet. Nach nicht mal zwei Jahren feiern die vier Jungunternehmer bereits erste Erfolge.

"Unfourseen": Name ist Programm

Der Name ist Programm. Sie wollen bewegte Bilder erschaffen, etwas Neues, etwas unvorhergesehenes kreieren, "unfourseen eben", wie Hallmann unterstreicht. "Bei unseren kommerziellen Produktionen wollen wir den Kunden auch was geben, wo sie sagen, Mensch, die haben sich was getraut." Die Schreibweise "Unfourseen" - statt orthografisch richtig unforeseen - spielt auf die vier Gründer Hallmann, Anton Knoblach aus Ingolstadt, Florian Jochum aus Gießen und Julian Cohn aus Biberach an.

"Funktionieren sehr gut zusammen"

Das Quartett hat sich bei Studienbeginn im Oktober 2012 in Bayreuth kennengelernt. Schon im November stand für die Studenten der Medienwissenschaften und der Medienpraxis fest, dass sie gemeinsam durchstarten wollen. "Wir haben gesehen, dass wir zusammen sehr gut funktionieren. Wir haben gemerkt, dass wir alle in die gleiche Richtung ziehen", erinnert sich Hallmann. Jeder brachte eigene Erfahrungen und ein eigenes Netzwerk mit. Knoblach etwa im Bereich der Fotografie, Cohn und Jochum als Filmemacher.

Sogar in New York gespielt

Oft fehlte es bei früheren Projekten jedoch an der nötigen Infrastruktur, um die Idee in die Praxis umzusetzen. Mit "Unfourseen" realisierten die vier ihr erstes Pojekt: "Abbitte eines Mörders". Der Zwanzigminüter feierte Premiere bei der Filmschau Baden-Württemberg und lief unter anderem auch beim New York Independent Film Festival. Über 30 Personen aus ganz Deutschland waren bei den Aufnahmen am Set.

Erste Filmerfahrungen während Schulzeit

Hallmann hat bereits mit 16 Jahren erste Filmerfahrungen gesammelt. Bei einer Projektarbeit am Augustinus-Gymnasium drehte er eine Dokumentation über die Nachkriegszeit in der nördlichen Oberpfalz. Kurz vor dem Abitur war er an der Organisation des Weidener Avantgarde Kulturfestivals "positionen" beteiligt. Veranstaltungsorganisation ist auch sein eigentliches "Metier", wie er sagt. So kommt ihm bei "Unfourseen" auch eine ähnliche Aufgabe zu: Er kümmert sich bei den Filmprojekten meist in der Rolle des Produzenten um die Planung und Koordination der einzelnen Gewerke.

Straight weitermachen

Die Selbstständigkeit, momentan noch parallel zum Studium, möchte der Neustädter zum Hauptberuf machen. "Nach dem Bachelor möchte ich das am liebsten straight weiterverfolgen", blickt er in die Zukunft. "Es ist einfach ganz was anderes, sein eigenes Ding hochzuziehen. Die Erfolge sieht man direkt, nicht wie so oft in der Uni", weiß Hallmann. Die persönliche Verantwortung, auch für eventuelle Misserfolge , ist für ihn ein zusätzlicher Anreiz. Als Gesellschafter einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) haften Hallmann und seine drei Kollegen persönlich.

Das Risiko bei einzelnen Produktionen decken sie über Filmkomplettversicherungen ab. "Ganz nebenbei lernt man bei der eigenen Firmengründung durch die Konfrontation mit neuen und unvorhergesehenen Situationen eigenverantwortliches Arbeiten und die persönlichen Grenzen kennen", sagt Hallmann.

Abschlussprojekt für Medienwissenschaften

Die Jungunternehmer haben bereits ihr Abschlussprojekt für die Medienwissenschaften in der Schublade. "Quaint", ein Road Movie, wird ein 25-minütiger Kurzfilm. Momentan sucht das Team noch nach geeigneten Drehorten und nach Sponsoring-Partnern. "Man hat's als Student unglaublich schwer an Geld zu kommen", klagt Hallmann. Die strengen Förderrichtlinien der klassischen Filmförderanstalten würden studentische Produktionen oft von vornherein ausschließen. Zudem seien Kurzfilme auch für Product Placements - zahlende Unternehmen präsentieren ihre Produkte auffällig im Film - eher unattraktiv.
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