Serenaden in Neustadt
Mit Schalk im Nacken

Der Ansturm bei der letzten Serenade in der Freizeitanlage war riesig, einige Besucher mussten sogar vorher wieder nach Hause gehen. Die Verantwortlichen freuten sich über die Resonanz. Bilder: gag (2)
Kultur
Neustadt an der Waldnaab
04.09.2016
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Launig-lustige Lieder, super Stimmung und ein aus den Nähten platzender Biergarten: Die "Neisteder Zoiglmusi" ließ es zum Abschluss der Serenaden-Saison nocheinmal so richtig krachen.

Auf diesen Ansturm waren weder Stadt noch der Wirt der Freizeitanlage vorbereitet. Schon vor Beginn war alles an Bänken und Stühlen draußen, trotzdem mussten etliche auf dem Boden oder den Treppen und Steinen Platz nehmen. Etliche Besucher gingen vor Beginn des Konzerts der "Neisteder Zoiglmusi" wieder heim. Auch Getränke und Essen waren teilweise schon nach einer Stunde ausverkauft, die Bedienungen völlig überlastet. Zweiter Bürgermeister Heinrich Maier freute sich über die Resonanz und blickte auf eine erfolgreiche Saison zurück.

Viele bekannte Lieder


Nicht im Pavillon, sondern unter der Lampe am Eingang direkt unter dem Schild "Hier spielen Kinder" hatten die Musiker ihre Instrumente aufgebaut, was bei vielen Gästen für zusätzliche Heiterkeit sorgte. Kaum hatten sich Alfons Kistenpfennig an der "Klampfn", Franz Harrer an der "Steirischen" und Dieter Seidl am Kontrabass mit "Mia san die Zoiglbrüda" vorgestellt, sang auch schon ein vielstimmiger Chor die bekannten Lieder mit. Bayrisch-böhmisch-oberpfälzisch ging es weiter. Nachdem sich die "Zoiglmusi" mit Schalk im Nacken, frechen Sprüchen und Spötteleien bei allen Schwiegermüttern unbeliebt gemacht hatte, spielte sie zur Wiedergutmachung den Walzer "Bajazzo", der etlichen Zuschauern in den Füßen juckte.

Die Musiker schwärmten von den schwarzen Augen und dem schwarzen Haar von "Maschenka", beschwerten sie sich bei "Renate", dass sie trotz Rosenstrauß, Erdbeereis und Liebesschwüren kalt bleibt: "Renate, dann konnst mi gern ham." Dazu drückte das "Henerauch", dieses "Lumpaväich".

Bei Anbruch der Dunkelheit wechselte das Trio das Programm. Mit Lichtkaleidoskop und Sterneneffekten an den Hauswänden der Gaststätte verwandelten sie den Biergarten in einen romantischen Tanzgarten. Die schönsten Schlager aus der Zeit der Tanzcafés, darunter das "Julia" in Hammerles, das "Silvia" in Neudorf, der "Lohbachwinkl" oder der "Igl", hatten sie im Repertoire. Die 1950er und 1960er Jahre lebten bei "Die Liebe ist ein seltsames Spiel" von Connie Francis oder Peter-Alexander-Medleys auf. Schlager von Caterina Valente, Bill Ramsey oder Peter Kraus ließen das Publikum nicht nur in Erinnerungen schwelgen, sondern lockten viele Paare auf die Tanzfläche rund um den Eingangsbrunnen.

Vielstimmiger Chor


Die Texte von "Schuld war nur der Bossanova", "Marina" und "Ramona" kannte fast jeder. Vergnügt verabschiedeten sich die drei Musiker mit "Servus pfüad Gott" und "Sag Dankeschön mit roten Rosen". Feuerzeuge blitzten auf zu "Sierra Madre", das als Zugabe nochmals den vielstimmigen Publikums-Chor aktivierte.
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