Trompetenensemble Zephir in St. Georg
Bläser voller Klangpracht

Das Trompetenensemble Zephir nutzte das stimmige Ambiente aus Raum und Akustik in St. Georg und brachte beim abschließenden "Einzug der Gäste" aus dem II. Akt von Wagners Tannhäuser die Stadtpfarrkirche musikalisch zum Beben. Bilder: hbl (2)
 
Mit Dimitri Schostakowitschs "Festive Overture" eröffneten die Bläser zusammen mit Organist Bernhard Müller das Konzert in St. Georg von der Empore aus.

Was erwartet sich ein Zuhörer, der das Trompetenensemble Zephir in der Stadtpfarrkirche schon öfter gehört hat? Zuerst einmal ein abwechslungsreiches Programm. Dazu konturierte und weiche Tongebung sowie ein weites Dynamikspektrum mit Lautstärke ohne jedes Forcieren.

Der Konzertbeginn mit der "Festive Overture" von Dimitri Schostakowitsch, von allen Ensemblemitgliedern zusammen mit virtuoser Orgel auf der Empore inszeniert, hätte nicht passender sein können. Ein fulminanter Einstieg mit vollster Dynamik und rhythmischem Impetus.

Basilikaorganist Bernhard Müllers aus Amberg hatte zwei Werke mit ganz unterschiedlichem Charakter: Zum einen die feinsinnig registrierte Choralbearbeitung "Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter" aus der Feder von Großmeister Johann Sebastian Bach, zum anderen Marco Enrico Bossis hochvirtuoses Scherzo g-Moll, mit dem er die Mechanik der Jann-Orgel wieder einmal zum Glühen brachte .

Es ist kein Geheimnis, dass das Trompetenensemble Zephir gerne in der Neustädter Stadtpfarrkirche konzertiert und sich von dem stimmigen Ambiente aus Raum und Akustik inspirieren lässt. So darf die "Königin von Saba" mit virtuos jubelnden Trompetenklängen von Georg Friedrich Händel einziehen, an denen nicht nur die Königin ihre helle Freude gehabt hätte .

Ingmar Kreibohm hat Claudio Monteverdis "Zefiro torna" für Zephir so stilsicher bearbeitet, dass man ein Alte-Musik-Ensemble überhaupt nicht vermisste. Aber auch die "Pavane" von Gabriel Fauré zauberten die Akteure in eine vollkommen neue Klanggestalt. Dass dies gelang, ist aber auch ein Verdienst der hervorragenden Arrangements unter anderem von Ensemblemitglied Georg Birner, die den Musikern passen wie Maßanzüge.

Leider hatte Schlagzeuger Christoph Indrist kurzfristig absagen müssen. Auf diese Weise kam aber ein Soloinstrument zu besonderer Bedeutung, das man ansonsten eher weniger in dieser Rolle findet: Georg Birner unterzog sich überzeugend der bläserischen Herausforderung, zusätzlich zu den unterschiedlichen Blechblasinstrumenten ein Alphorn wohltönend zum Klingen zu bringen. Wilhelm Junker hat dafür ein jazzig angehauchtes Concertino geschrieben, aus dem zwei Sätze mit Begleitung von Kornetten, Flügelhorn Euphonium und Tuba zur Aufführung kamen.

In nordisch sehnsuchtsvoll schmachtendem Tonfall eilte das Konzert mit Edvard Griegs "Vàren" (Letzter Frühling) dem Ende zu. Obwohl Richard Wagner den "Einzug der Gäste" aus dem II. Akt des Tannhäuser sicher nicht als Rausschmeißer komponiert hat, eignete sich das Werk ideal als festlicher Abschluss. Noch einmal erzitterte die Stadtpfarrkirche ob der gesammelten Klangpracht aller Mitwirkenden. Auch die klangstarke Stadtpfarrkirchen-Orgel ordnete sich der Macht der Bläser unter und färbte mit charakteristisch vollem Klang .

Unausweichlich erklang eine Zugabe nach stürmischen Applaus: "There's A Great Day Coming" von Will Lamartine im Arrangement von Terry Everson. Zuhörer und Musiker waren sich einig: Das war nicht das letzte Zephir-Konzert in St. Georg.
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