Abwechslungsreiches Konzert mit vier Franken in Klosterkirche - Wechsel zwischen Altarraum und ...
Klassik, Tango und Wiegenlied in St. Felix

"Wunderbar sind deine Werke", klang durch das Kirchenschiff, im Duett gesungen von Gitti Rüsing (Sopran) und Stephano Grimaldi (Tenor). Dieses "Gloria", komponiert von Andreas Rüsing, Pianist und Organist des Quartetts aus Franken, verbreitete andächtige Stille unter den zahlreichen Gästen des Benefizkonzerts in St. Felix. Mit der Nocturne in Cis-Moll von Fréderic Chopin gesellte sich die Geigerin Nan Hong Kim dazu. Voll Hingabe und mit erstklassigem Ausdruck zog sie die Zuhörer in ihren Bann.

"Musik von Klassik bis modern, von Mozart bis Andrew Lloyd Webber" stand in der Ankündigung und ließ eine große stimmliche und musikalische Bandbreite erwarten. Besonders die klare Stimme der Gesangspädagogin Rüsing, die sowohl Opern als auch Musicals singt, begeisterte. Das bewies sie nicht nur bei dem gefühlvoll melancholischen "Arms of an Angel" von Sarah McLachlan, sondern auch bei einem der ältesten "Ave Maria", das ihr Mann und Bühnenpartner Andreas Rüsing für zweimal Gesang und Violine umgearbeitet hat. Er komponiert Klassik, Musicals oder Chansons, improvisiert und arrangiert auch fremde Stücke. Mit der Meditation aus der Oper "Thais" und dem von Andreas Rüsing komponierten Hochzeitsmarsch, gaben die Instrumentalisten beeindruckende Vorstellungen ihrer Kunst. Das gefühlvolle Geigenspiel von Kim war ein Ohrenschmaus. Höhepunkt war ein Arrangement aus einer von Andreas Rüsing 2007 komponierten Oper. Die Geigerin spielte die für Saxofon vorgesehene Stimme zum ersten Mal auf der Violine.

Außergewöhnlich das von Stephano Grimaldi interpretierte "Fermarono i cielo". Er hatte dieses Wiegenlied auf CD gehört. Weil keine Noten dafür aufzutreiben waren, schrieb Andreas Rüsing einen eigenen Satz.

Für das feierliche "Panis angelicus" von Cesar Franck wechselte das Quartett vom Altarraum, wo Rüsing das Piano spielte, hinauf zur Empore und Rüsing an die Orgel. Der volle Klang, in Verbindung mit der Violine und dem Gesang brachte einen zusätzlichen akustischen Leckerbissen.

Dass Musik aus argentinischen Hafenkneipen in einer katholischen Kirche hörbar ist, bewiesen Andreas Rüsing und Kim mit dem "Libertango" von Astor Piazzolla. Mit italienischen Klängen verwöhnte Grimaldi, der nach "Caro mio ben" auch "Vieni sul mar" darbot. Und dann gab es doch noch Andrew Lloyd Webber: "I don't know how to love him" aus dem Musical "Jesus Christ Superstar". Hingebungsvoll klang Gitti Rüsings glasklare Stimme.
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