AELF in Neustadt veröffentlicht Pläne für Aktionsjahr Waldnaturschutz
Waldnaturschutz im Blick

Wenn es um Naturschutz geht, ist der Wald der Stadt Grafenwöhr ein Musterbeispiel. Hier finden sich verschiedene Baumarten, darunter die seltene Moorkiefer sowie stehendes und liegendes Totholz, das Insekten und Pilze beherbergt. Darauf sind (von links) Martin Gottsche, Revierleiter Eschenbach, AELF-Forstdirektor Gerhard Hösl und Forstoberrat Moritz Neumann stolz. Bild: doz

Naturschutz heißt nicht unbedingt, nicht mehr einzugreifen. Was den Wald betrifft, spricht sich Forstdirektor Gerhard Hösl gegen Stilllegungen aus. "Die Botschaft ist nicht, im Wald nichts mehr zu machen, sondern ein nachhaltiger und naturnaher Umgang."

Anlass, warum der Mitarbeiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) das Thema in den Fokus rückt, ist das Aktionsjahr Waldnaturschutz. Helmut Brunner hat es für 2015 ausgerufen. Der bayerische Landwirtschaftsminister propagiert dabei vor allem den "bayerischen Weg".

Auch Hösl greift ihn auf. Verknappt besagt er: "Nützen und schützen auf einer Fläche." Konkret: Die Produktion von Holz soll nicht auf Teilflächen geschehen. Es darf und soll im Wald gefällt werden. Laut Hösl aber nur, "so viel, wie nachwächst". Zudem müsse man im Blick haben, naturnah zu wirtschaften. Es geht aber nicht nur um Holz als Brenn- oder Baustoff. "Der Wald ist nicht nur Rohstofflieferant, sondern hat vielfältige Funktionen: Er ist Erholungsgebiet, Lebensraum für Tiere und Pflanzen, er schützt den Boden und produziert sauberes Trinkwasser."

Der Forstdirektor spricht sich für mehr Mischwald und eine nachhaltige Waldbewirtschaftung aus: "Die Kernbotschaft ist, nicht im Hauruckverfahren zu agieren. Also Kahlschlag und dann wieder anpflanzen." Vielmehr müssten "bestimmte Strukturelemente" im Wald belassen werden. Heißt: Tote Bäume, von denen keine Gefahr ausgeht, sollen stehen gelassen werden. Sie beherbergen viele Insekten und Pilze, der Specht baut sich darin mitunter eine Höhle.

Einige Aktionen geplant

Laut Hösl kann auch jeder Waldbesitzer etwas für den Naturschutz tun. Zum Beispiel mit Waldrändern sensibel umgehen. Einen Strauch oder einen Kirschbaum zu pflanzen sei verhältnismäßig einfach, aber "sehr wirkungsvoll". Vorteilhaft sei es, wenn es zwischen Acker und Wald keine aprupten Übergänge gebe. Für das Aktionsjahr Waldnaturschutz hat das AELF Folgendes geplant:

Eine Waldrandpflanzung ging bereits in Kooperation mit dem Bund Naturschutz bereits über die Bühne.

Sonntag, 7. Juni: Das AELF ist mit einem Stand beim Tag der offenen Tür in Almesbach "Hin zu naturnahen Wäldern" vertreten.

Sonntag, 14. Juni: Auch auf dem Bauernmarkt in Eschenbach ist der AELF mit einem Stand vor Ort.

Sonntag, 13. September: Unter dem Motto "Tag3" plant das AELF eine Informationsveranstaltung über Naturschutz in den Wäldern. Waldbesitzer und Förster zeigen bei geführten Wanderungen im Gebiet "Fischerberg", wie Naturschutzmaßnahmen bei der Waldbewirtschaftung umgesetzt werden. Für das leibliche Wohl sorgen die Weidener DPSG-Pfadfinder "Thomas Morus" an der Blockhütte. Bürger können Themenvorschläge oder Anfragen an wald-naturschutz@aelf-we.bayern.de richten, die dann im September aufgegriffen werden.

Sonntag, 27. September: Das AELF ist beim Bauernmarkt in Neustadt mit einem Stand vertreten.

September: Es wird im Bereich Waldnaabtal eine Pilzwanderung angeboten. Der genaue Termin ist vom Pilzvorkommen und von der Witterung abhängig.
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