Älteste Boygroup befürchtet Ende

Vorsitzender Karl Frisch (Zweiter von links) will den Sängerbund mit neuen Mitgliedern in die Zukunft führen. Georg Steinhilber (vorne, von links), Max Schulhauser, Hans Dirschedl, Xaver Gleißner und Gerd Werner (hinten, Dritter von links) sind seit 15 beziehungsweise 30 Jahren dabei. Bild: bgm

"Es ist nicht fünf Minuten vor zwölf, sondern eine Minute nach", brachte Vorsitzender Karl Frisch die Lage beim Männergesangverein Sängerbund auf den Punkt. Den Verein plagen Nachwuchssorgen. Einer 109-jährigen Geschichte droht das Ende.

"Was mir nicht in den Kopf geht, ist, dass sich in einer Stadt mit beinahe 6000 Einwohnern keine 30 Männer finden, die gerne singen." Frisch nannte diese Tatsache in der Jahreshauptversammlung im "Weißen Rössl" unvorstellbar. Bei Auftritten komme man im Durchschnitt auf eine Besetzung mit 19 Mann.

Der Altersdurchschnitt der "ältesten Boygroup Neustadts", wie Schriftführer Peter Fröhlich augenzwinkernd formulierte, liegt zwischen 67 und 68 Jahren. Sechs der aktiven Sänger feiern heuer 80. Geburtstag. Der Sängerbund ist trotz allem zuversichtlich. Frisch will ein neues Projekt zur Mitgliedergewinnung angehen: Alle Sänger sollen Bekannte ansprechen, um ihnen Probestunden im Chor schmackhaft zu machen. Die Interessenten brauchen sich nicht zu binden. Sie sollen aus Freude am Singen kommen und am Ende einen Probeauftritt zusammen mit dem Stammpersonal absolvieren. "Ich hoffe das funktioniert." Andernfalls könnte das Weihnachtskonzert der letzte offizielle Auftritt werden.

Ein neues Format hatte der Chor im Herbst präsentiert. Unter dem Motto "So wäis fräia woar", führte Fred Fröhlich durch einen launigen Abend, der im Wechsel vom Waldhauser Viergesang, der Neisteder Zoiglmusi, der Waldnaabtaler Bauernmuse und dem Sängerbund selbst gestaltet wurde. Der Erlös in Höhe von 300 Euro ging als Spende an die "Rasselbande - besondere Kinder" und die Kinderkrebshilfe Nordoberpfalz. Vom Spendenaufkommen der Weihnachtskonzerte 2013 und 2014 profitierten die beiden Kindergärten, die Pfarrei und ebenfalls die Rasselbande, die sich zusammen über 1000 Euro freuten.

Dirigent Karl Brenner machte sich angesichts der anstehenden runden Geburtstage keine Sorgen. "Wenn sechs unserer Sänger 80 Jahre werden und wir uns trotzdem jeden Montag treffen, dann muss ich sagen: Singen hält jung." Auf jeden Fall will Brenner mit dem Chor das 800-jährige Bestehen der Stadt im Jahr 2018 mitgestalten.

Schriftführer Peter Fröhlich sprach von 56 Singstunden, sieben Gottesdienstgestaltungen und acht sonstigen Auftritten. "Euer Verein lebt. Ich bin guter Dinge, dass das weitergeht", machte Bürgermeister Rupert Troppmann Mut. Die Abende mit dem Sängerbund, mit Neustädter Liedern seien wunderschön gewesen. "Das Kirchenkonzert ist das schönste Konzert im Jahr."
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