Ärger aus der Steckdose

Der Umzug von der Rastenhofer Straße an die Windschnur war für Stefan Zaunreither ein Klacks. Zumindest im Vergleich zum Stromanschluss. Seit über einem Jahr hadert er mit seinem Anbieter. Diese Woche haben sich beide Seiten endlich geeinigt.

(phs) Das hat Zaunreither Zeit, Nerven und nicht zuletzt Geld gekostet, seufzt er. "Ich habe deshalb sogar eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen, aber da gibt es halt eine Wartefrist." Daher schilderte der Neustädter unserer Zeitung seinen Fall.

Der beginnt im Februar 2013, als der Neustädter zusammen mit seiner Freundin an die Windschnur zog. Zuvor hatte er bei den Eltern der Freundin in der Rastenhofer Straße gewohnt. Er hat sich als Neukunde bei Eon in Weiden angemeldet und einen Abschlag von 50 Euro monatlich ausgehandelt.

"Dann habe ich lange nichts gehört, bis die mir im Mai 2014 plötzlich den Strom abgestellt haben." Auf die Frage, was das solle, habe ihm Eon mitgeteilt, er habe die Jahresrechnung 2013 in Höhe von 284,54 Euro nicht bezahlt. Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass Eon von einer völlig falschen Adresse ausgegangen war, nämlich der Rastenhofer Straße. Auf dem Vertrag steht aber eindeutig die richtige Anschrift "An der Windschnur".

Verschiedene Adressen

Eon behauptet, dass unterschiedliche Verbrauchs- und Versandadressen schon ab und an vorkämen. Zaunreither habe als Rechnungsadresse die Rastenhofer Straße genannt. "Das Begrüßungsschreiben mit Zahlungsaufforderung des ersten Abschlags von 50 Euro ging an diese Adresse. Wir gehen davon aus, dass es ankam, da Herr Zaunreither die Abschläge anschließend überwies", nimmt die Beschwerdestelle des Energiekonzerns in München dazu Stellung. Wie dem auch sei: Die Eon recherchiert später die richtige Adresse und gibt zu, sie nicht korrekt übernommen zu haben.

Nach einer Entschuldigung hatte Zaunreither am nächsten Tag wieder Strom. Es blieb auch beim monatlichen Abschlag von 50 Euro, zusätzlich hat der Kunde einen Dauerauftrag eingerichtet. Zuvor hatte er pünktlich jeden Monat überwiesen. Zwei- bis dreimal seien die 50 Euro auch vom Konto seiner Freundin geflossen. "Möglicherweise ist die Eon deshalb durcheinandergekommen", vermutet der Neustädter.

Der nächste Ärger ließ nicht lange auf sich warten. Eon wollte 260 Euro für das Ab- und Wiederanstellen des Stroms. Das wurde allerdings telefonisch schnell ausgeräumt. Doch damit nicht genug: Laut Zaunreithers Angaben erhielt er im Juni 2014 eine Ablesekarte für den Stromzähler, die er korrekt ausgefüllt habe. Kurze Zeit später bekam er eine Rechnung, in der aufgeführt war, er habe nur 9 Euro Abschlag monatlich bezahlt. Die Rechnung belief sich auf 306 Euro. Zaunreither solle eine Restschuld von 246 Euro begleichen. "Ich frage mich, wo das Geld von meinen immer bezahlten 50 Euro geblieben ist?" So ging es hin und her.

Den Vorgang schilderte Zaunreithers Vater schriftlich dem Eon-Vorstand sowie den Geschäftsstellen in München und Landshut. Zaunreither junior bewohnt mit seiner Freundin eine 75-Quadratmeter-Wohnung, beide sind berufstätig und hätten 2013/14 nur 813 Kilowatt verbraucht. Vergangene Woche habe er die Drohung erhalten, er solle endlich 177 Euro plus 56 Euro Abschlag, also insgesamt 234 Euro, innerhalb von vier Wochen nachzahlen, sonst werde ihm wieder der Strom abgedreht.

Entschuldigung kommt an

Laut der Beschwerdestelle von Eon seien die Forderungen des Energieversorgers aber "jederzeit korrekt" gewesen. So habe der Kunde zwar nach der Stromsperre im Mai weiterhin brav bezahlt, allerdings nicht die vorher bis dahin aufgelaufenen 284,54 Euro. Welche Mahnschreiben Zaunreither bis dahin wegen des Adresswirrwars Rastenhofer Straße/ Windschnur erhalten hat, "können wir nicht im Detail nachverfolgen", heißt es von seiten des Stromriesen.

Dann habe Eon für die erste Jahresrechnung vom November 2013 den Zählerstand auf 2100 kWh geschätzt, da kein abgelesener Wert vorlag. Dementsprechend happig fiel die Rechnung aus. Dies habe aber für den Kunden keine Nachteile gehabt, da die folgende Rechnung vom September 2014 nun auf der Ablesekarte von Zaunreither basierte. Dabei kamen niedrige 883 Euro für das zweite Jahr zustande. Die bis dato offenen Forderungen waren jedoch in der Gesamtrechnung noch enthalten.

Da die Eon letzte Woche von Zaunreither 234 Euro überwiesen bekam, sei die Sache aber nun vom Tisch. "Darüber hinaus werden wir uns bei dem Kunden entschuldigen und eine Gutschrift auf die nächste Jahresrechnung anbieten", heißt es aus München. Das will der Neustädter gerne annehmen. "Ich möchte endlich meine Ruhe haben."
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.