Auf dem richtigen Weg

Tobias Knauer kümmert sich mit bunten Kreuzen, Kreisen und Punkten darum, dass Spaziergänger und Wanderer sich in und um Neustadt problemlos zurechtfinden. Die meisten Zeichen, die der OWV-Markierungswart an Bäumen und Laternen und anbringt, sind Aufkleber. Bild: krb

"Ob ich einfach so am Sonntagnachmittag laufe oder meine Aufkleber und das andere Material mitnehme, ist auch egal." Seit April kümmert sich Tobias Knauer rund um die Kreisstadt um bunte Punkte und um das blaue Kreuz.

Der 34-Jährige trat in der Jahreshauptversammlung des OWV offiziell das Erbe von Markierungswart Hans "Stutz" Völkl an. Aus Altersgründen hatte der sich zurückgezogen. "Vorbildlich hat er das über Jahre gemacht", lobt Knauer den Vorgänger, der den Jungen mit der Materie vertraut gemacht hat.

Knauer ist erst im vergangenem Jahr dem OWV beigetreten, hat aber schon früher mit Papa Bernhard die Vereinszeitschrift "Arnika" ausgetragen. "Der Verein macht viel fürs Gemeinwohl und bewirkt mit einem geringen Jahresbeitrag viel", wirbt der frischgebackene Leiter des Bildungszentrums der Handwerkskammer Amberg-Weiden. "Ich wollte mich auf lokaler Ebene engagieren und gehe schon mein Leben lang gerne wandern", sagt der Neustädter zu seiner Motivation für dieses Amt.

Mal mit Freunden, mal mit dem Papa ist Knauer junior zu Fuß unterwegs. Gerne wandert er von Neustadt über die hohe Linde ins Sauerbachtal oder auf dem Goldsteig entlang der Waldnaab zum Zoigl nach Neuhaus und Windischeschenbach. Mit der Skiabteilung der DJK überquert der 34-Jährige auch Klettersteige. Daneben hat es ihm besonders Südtirol als Wanderziel angetan.

Stadt und viel Grün

Auch die OWV-Rundwege um Neustadt gefallen ihm. "Die Schrittgeschwindigkeit ist die, mit der man Natur und Landschaft am besten erfassen kann." Das helle Grün der Wälder jetzt im Frühjahr, leicht geschwungene Hügel und die Naturflächen in absoluter Stadtnähe seien einmalig. "Hier kannst du schnell ein bis zwei Stunden gehen. Wenn du keinen Sport machst, ist es schön, sich hier die Beine zu vertreten." Knauer schwärmt vom Felix, dem Quirin und dem Scheidlerhof in Hammerharlesberg. "Wir haben so schöne nahe Ausflugsziele."

Sechs Wege mit insgesamt 32 Kilometern Länge betreut der OWV-Markierungswart der Kreisstadt. Die ehemals mit blauem Kreuz gekennzeichnete Strecke ist aus seiner Verantwortung weggefallen. Sie firmiert jetzt als Goldsteig-Zubringer, um den sich der Ortsverein nicht mehr kümmern muss. Das blaue Kreuz weist nun den drei Kilometer langen Weg zum Kindergarten Störnstein. Mit Scheiben in blau, rot, gelb, grün und schwarz sind die fünf Rundwanderwege der Kreisstadt markiert. Beschrieben sind sie in einem kleinen Heftchen mit Texten von Vater Bernhard, das kostenlos im Rathaus ausliegt.

In einem Beutel bringt Knauer die Utensilien unter, die er unterwegs braucht, um die Streckenführung nachzubessern. "Es gibt wenig zu malen, meist verwende ich Aufkleber oder Anschlagtäfelchen." Etwas aufwendiger ist es, einen Pfeiler zu setzen für einen Wegweiser, wo keine Bäume oder Laternen stehen. Dabei bekommt der Markierungswart Unterstützung von Vorsitzendem Rudi Bäumler. "Super, wie sich der Mann engagiert", lobt Knauer.

Tolle Helfer

Wege zu betreuen, heißt für ihn, die Markierungen mindestens zweimal im Jahr, meist im Frühjahr und Herbst, zu kontrollieren. Mähen muss er nicht - anders als seine Kollegen in anderen Orten. "Ein Blick geht auf die Bänke und das Umfeld. Wenn etwas nicht passt, kümmern wir uns darum." Knauer ist begeistert vom Team des OWV. "Wir haben viele tolle Helfer vom Vogelwart bis zu denen, die bei der Rama-dama-Aktion mitmachen." Zusammen mit zweitem Vorsitzenden Benedikt Grimm bildet er die junge Garde des Vereins.
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