Auf Wiedersehen, Atemschutz

Niemals atemlos durch den Schacht: Kreisbrandrat Richard Meier oder ein Kollege passen bei Atemschutzübungen auf, dass niemand in der mit Altreifen oder anderen Hindernissen bestückten Kriechstrecke kollabiert. Um möglichst realitätsnah den Ernstfall nachzustellen, ist es dort meist stockdunkel. Die Neustädter Übungsstrecke ist aber wohl nur noch ein Jahr in Betrieb. Bild: Hartl

Der Landkreis plant eine neue Atemschutzübungsstrecke in Neuhaus. Was mit der alten in Neustadt passiert, wissen die Feuerwehrleute der Kreisstadt noch nicht. Kreisbrandrat Richard Meier hat aber schon konkrete Vorstellungen.

"Minimum 800 Leute aus über 80 Wehren", müssen nach Aussage Meiers pro Jahr durch die Atemschutzzone. Der Käfigparcours besteht aus Kriech-, Geh- und Laufstrecke und ist etwa 35 Meter lang. Er gehört dem Landkreis. Der zahlt dafür 356 Euro pro Jahr Pacht plus Kosten für Gas, Wasser, Kanal und Müll an die Stadt Neustadt, auf deren Gelände die Strecke steht.

Wie der Neustädter Kommandant Michael Spranger mitteilt, dauert es etwa 20 bis 25 Minuten, bis ein Brandschützer das System durchlaufen hat. Dabei muss er auf Hindernisse achten und sich durch dichten Nebel zu einem Brandherd vorarbeiten.

Neuer Parcours

Bis spätestens Herbst 2016 soll laut Meier im Industriegebiet Neuhaus eine moderne Variante diese 31 Jahre alte Strecke ablösen (wir berichteten). "Ich habe das aus der Zeitung erfahren", zuckt Neustadts Feuerwehrreferent Franz Witt mit den Schultern. Auch Kommandant Spranger weiß nicht recht, wie es mit dem dann frei werdenden Areal in der Adolf-Kolping-Straße weitergehen soll. "Bisher sind wir davon noch nicht recht in Kenntnis gesetzt worden."

Meier rechnet damit, dass die Neuhauser Strecke etwa 150 000 bis 200 000 Euro kosten wird. Einige Teile aus Neustadt könne man dafür noch brauchen, etwa Gitter oder den Tank. "Damit könnten wir einen kleinen Parcours im Freien, ähnlich wie in der Feuerwehrschule Würzburg bauen", erklärt der Kreisbrandrat. So könnten Floriansjünger üben, einen Fettbrand zu löschen oder wie sie am besten auf einen "Flash Over" reagieren. Darunter versteht man eine Durchzündung, die entsteht, wenn ein Schwelbrand mit Sauerstoff reagiert. Was dann noch in Neustadt übrig bleibt, könne die dortige Feuerwehr bekommen, schlägt Meier vor. Die Strecke in der Kreisstadt zu ertüchtigen, hätte nichts gebracht. "Das Problem ist eine lange Treppe. Die hat vor 31 Jahren den Unfallverhütungsvorschriften entsprochen, aber heute nicht mehr." Und dann liege Neuhaus auch zentral, falls sich Tirschenreuth, Neustadt und Weiden gemeinsam an das Projekt machen. Widerstand kommt aus dem Stiftland. Meier kann das nicht ganz nachvollziehen. "Manche Feuerwehren aus dem Nachbarlandkreis haben es doch nach Tirschenreuth weiter als nach Neuhaus."

"Einmaliges Signal"

Am 10. Februar treffen sich die Bürgermeister und Kommandanten aus dem gesamten Landkreis im Landratsamt Tirschenreuth. Meier glaubt, dass sie sich am Neuhauser Vorhaben beteiligen. "Das wird doch sonst viel zu teuer." Zudem könne die Nordoberpfalz bayernweit ein Zeichen setzen, wenn die drei Gebietskörperschaften gemeinsam bauten. "Das wäre ein einmaliges Signal interkommunaler Zusammenarbeit."
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