Bäume ziehen Herbst vor

Weitgehend grün präsentieren sich die Wälder um Neustadt trotz des heißen und trockenen Sommers. Vereinzelt reagieren die Bäume aber auch in der Kreisstadt mit braunen Blättern auf den Hitzestress. Bild: Hartl

Die Birken leiden unter der Hitze und Trockenheit. Ebenso wie Buchen und Eichen schützen sich einige von ihnen, indem sie für sich selbst beschlossen haben, dass der Herbst schon da ist. Vier bis sechs Wochen zu früh werfen die Bäume ihre Blätter ab.

Dabei stehen die Bäume in der Stadt und im Corporationswald noch relativ gut da. "Gott sei Dank habe ich dort kaum Schäden festgestellt", meint Hermann Schmid. Der Vorsitzende der Rechtler hat den frühen Laubabwurf nur vereinzelt bei einigen Birken am Waldrand festgestellt, wo die Sonne hinbrennt.

Für die Birken sei dieses Verhalten kein Problem, sondern ein normaler Schutzmechanismus, bestätigt Stefan Bösl. Den Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten in Flossenbürg erreichen derzeit immer wieder Anrufe, dass Bäume krank seien. "Die Bäume sterben nicht."

Säge im Keller lassen

Der Experte warnt deshalb davor, sie jetzt deswegen abzusägen. Er rät, erst einmal abzuwarten. Wichtig sei ein Blick auf die Knospenbildung. Die werden schon im Frühjahr fürs nächste Jahr angelegt.

Gerade die Birken seien besonders anfällig für die Hitze, weil sie keine Wachsschicht als Verdunstungsschutz auf den Blättern haben. Bösl weiß aber auch von Buchen und Eichen, die bereits jetzt ihren letzten Jahrestrieb abwerfen, obwohl die Tiefwurzler sich leichter tun an Wasser zu gelangen als beispielsweise die flachwurzelnden Fichten. "Die sind tot, wenn sie jetzt nadeln."

Der Förster möchte nicht direkt vom Klimawandel sprechen. "Wir haben aber festgestellt, dass die Extreme bei Trockenheit und Niederschlägen zunehmen. Von den Niederschlägen in den vergangene Tagen kam nicht viel bei den Wurzeln an. "Nur ein Drittel des Regens erreicht im Wald den Boden." Schon in fünf Zentimeter Tiefe ist alles trocken.

Da haben es die Gewächse der Neustädter Rechtler relativ gut. Die Bäume auf den 173 Hektar stehen in relativ feuchten Gebieten besonders im Bürgerwald am Süßenloher Weiher, aber auch am Satzberg hinterm Eisstockheim.

Kein Problem mit dem frühen Laubfall hat auch die Stadt, bestätigt Geschäftsführer Peter Forster. "Die Natur hilft sich selber, wenn man sie lässt." In der Stadt seien aber nur wenige Bäume betroffen. Klagen hat er von Gartenbesitzern gehört, deren Obstbäume aus Wassermangel in großen Mengen Äpfel und Birnen fallen lassen, obwohl die noch nicht reif sind.

Die Stadt selbst überprüft ihre Bäume regelmäßig. Die Kastanien in der Freyung sehen gar nicht so schlimm aus. "Wir wissen aber, dass sie krank sind." Mit der Trockenheit habe das aber nichts zu tun. Auch die Pappeln bei der DJK habe man erst untersuchen lassen. "Die muss man ab und zu stutzen." Gegossen habe man Bäume aber auch in diesem Wüstensommer nicht.

Pilze Fehlanzeige

In einem sind sich alle einig: Zum Schwammersuchen braucht derzeit niemand in den Wald gehen. Für die Pilze ist es noch viel zu trocken. Forster hat nach zweieinhalbstündiger Suche immerhin einen einzigen Milchbrätling mit nach Hause gebracht.
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