Barbara Mädl stellt als neue Wirtschaftsförderin ihre Pläne vor: schnelles Internet, Logistik ...
Mit Breitband weiße Flecken übertünchen

Barbara Mädl will Neustadt als Wirtschaftsstandort bekannter machen. Archivbild: wsb

Barbara Mädl fährt am Abend tatsächlich ihren Rechner runter. Wenn sie wollte, könnte sie auch 24 Stunden am Tag arbeiten. Das geht zumindest aus der Stellenbeschreibung hervor. Seit 1. Oktober betreut die 48-Jährige das Sachgebiet "Wirtschaftsförderung, Landkreisentwicklung, Tourismus und Kultur" am Landratsamt.

Was sie dabei alles zu tun hat, stellte sie am Montag dem Wirtschafts- und Tourismusausschuss des Kreistags vor. Ihr Ziel: Glasfaser und schnelles Internet in jedes Haus. Dazu erarbeitet der Landkreis zusammen mit dem Institut IKT aus Regensburg einen Breitband-Masterplan. "Es geht darum, weiße Flecken bei der Versorgung zu finden", erklärt Mädl.

Hoffen auf den Bund

Doch die 38 Kommunen zwischen Eslarn und Kirchenthumbach sind bei der Breitband-Offensive eigentlich schon ganz gut dabei. Ein Förderprogramm des Freistaats deckt je nach Gemeinde bis zu 100 Prozent der Erschließungskosten. Für den Kreis stehen 30 Millionen Euro bereit. Davon sind 17 Millionen bisher abgerufen. Die durchschnittliche Förderung beträgt bislang 56 Prozent.

Mädl und Landrat Andreas Meier hoffen, dass sie zusätzlich ein Förderprogramm des Bundes anzapfen können. Ob es klappt, entscheidet sich im Frühjahr.

Ebenfalls interessant sei ein Geldtopf der Regierung mit dem ungelenken Namen "Kommunalinvestitionsprogramm". Dabei geht es um Zuschüsse für öffentliche Gebäude wie Schulen. Der Landkreis schielt in diesem Zusammenhang auf die Sanierung des Gymnasiums auf dem Felix.

Was sonst noch zum Alltag der Wirtschaftsförderin gehört: Netzwerkarbeit mit IHK und Handwerkskammer in Sachen Ausbildung, eine gemeinsame Initiative mit Weiden zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit, Messeaktivitäten zur digitalisierten Arbeitswelt, neue Online-Auftritte und Broschüren für den Wirtschaftsstandort samt Firmendatenbank, Gewerbegebietsverzeichnis und Existenzgründer-Tipps. Bei der strategischen Arbeit setzt Mädl mit Weiden und Tirschenreuth auf den Schwerpunkt Logistik. In diesem Bereich verfügt die Nordoberpfalz neben einem Lehrstuhl an der OTH über geballte Kompetenz bei Firmen wie Witron und IGZ. Ziel sei, dies so bekannt zu machen wie einst Glas und Porzellan aus der Region.

Mehr Übernachtungen

Obwohl am Grenzraum noch das Etikett "strukturschwach" klebt, hat Mädl starke Zahlen im Rücken. Die Arbeitslosigkeit betrug im Oktober 3,3 Prozent. Der höchste Stand dieses Jahr waren 4,2 Prozent im Februar - nahezu Vollbeschäftigung.

Dazu passten die Erläuterungen von Tourismusexperte Reinhold Zapf. Wenn er im Frühjahr in den Ruhestand geht, überlässt er Mädl und ihren Mitarbeitern eine beachtliche Messlatte. So stieg die Zahl der Gästeankünfte von Januar bis September auf zehn Prozent und die Übernachtungen um sechs Prozent. Der Haken daran ist, dass die Aufenthaltsdauer sinkt. Im Schnitt betrug sie 2,3 Tage. Dieser Trend ist jedoch in vielen Regionen zu beobachten, erklärte Zapf.
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