Beduinen, Könige und Kamele

Eine großformatige Wüstenkulisse, eine engagierte Chorgruppe und talentierte Nachwuchsschauspieler - die Grundschule beweist, dass ein gelungenes Weihnachtsspiel nicht vom Alter der Akteure abhängt.

"Eigentlich wollten wir uns die Kamele aus dem Zoo ausleihen", erzählte eines der Kamele, die letzten Endes doch von Schülern mit Pappkarton-Imitaten an Holzstielen gemimt wurden. Das hat nämlich einen entscheidenden Vorteil: Das Publikum versteht die Tiere, wenn sie sich untereinander unterhalten.

Um eines der drei Höckertiere drehte sich die Handlung des Weihnachtsspiels der Grundschule. "Das blinde Kamel" gehört den Weisen aus dem Morgenland. Als ihnen der Stern den Weg nach Bethlehem weist, wollen sie es verkaufen. So eine weite Reise können die Könige nicht mit einem blinden Kamel bewältigen.

Die Beduinen, mit denen sie über den Preis feilschen, sind keine ehrbaren Kaufleute. Sie sehen das Gold, das die drei Könige dem Heiland in Bethlehem schenken wollen. Die Beduinen planen mit ihrem Anführer - überragend gespielt von Jakob Engel - einen Überfall auf die Karawane.

Lautes Zischen und das Heulen der Chorgruppe von Rektorin Heike Merther kündigten einen schweren Sandsturm an. Die Beduinen verlieren die Orientierung, verlaufen sich in der Wüste und bald sind die Wasservorräte aufgebraucht. Die Könige finden die entkräfteten Beduinen auf dem Rückweg von Bethlehem.

"Den Stern, warum haben wir ihn nicht gesehen? Wir müssen blind gewesen sein", bedauert der Oberbeduine reumütig. Die Weisen führen die einsichtigen Räuber-Beduinen aus der Wüste. Das blinde Kamel aber hat sich ebenfalls verlaufen und irrt hilflos umher. Da kommen Josef und Maria, die mit dem Jesuskind auf der Flucht vor Herodes nach Ägypten ziehen.

"Josef wird dich führen", sagt Maria zu dem blinden Kamel, das überglücklich entgegnet: "Was für eine schöne Familie. Und erst das Kind, schöner wie ein Engel." "Du kannst ja sehen?", wundert sich Maria. Das blinde Kamel ist geheilt.

"Die Weihnachtsgeschichte wird diesmal nur angetippt", erklärte Regisseurin Christine Langhammer, die das Spiel mit 20 Dritt- und Viertklässlern einstudiert hatte.

Die Chorgruppe von Rektorin Heike Merther sorgte mit Glockenspielen, Flöten und Gesang für die Begleitung. Als Solo-Sänger brillierte Felix König, der ab dem nächsten Jahr bei den Domspatzen singen will. Günther Langhammer hatte die Kulissen gemalt. Der Erlös des anschließenden Weihnachtsmarktes des Elternbeirats kommt Pro Asyl zugute.
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