Brot für alle aus neuem Ofen

Stadtkapelle und Bürgerwehr gaben der offiziellen Inbetriebnahme des neuen Backofens den festlichen Rahmen. Dass das gute Stück funktioniert bewiesen die frischen Laibe. Bild: bgm

Tradition erhalten, mit geringen Mitteln Optimales erreichen, den Bürgern etwas Gutes tun und einen bleibenden Wert für die nächsten Jahre schaffen. Es war einer der Termine, den Offizielle lieben.

(krb) Mit viel Prominenz übergab Bürgermeister Rupert Troppmann den frisch renovierten Backofen seiner Bestimmung. Aus der Chronik kann man entnehmen, dass die Stadt im Jahr 1577 in den verschiedenen Stadtteilen vier Backöfen hatte. Im Gegensatz zu ländlichen Gebieten, wo jedes Haus seinen eigenen Ofen hatte, unterhielt sie in größeren Orten die Stadt. Für eine "Richt" Brot musste eine Gebühr entrichtet werden.

Mit 10 000 Euro hat die Kommune das Schmuckstück in der Lindenstraße reif für leckere Schmankerl gemacht. Es sei nicht darum gegangen, ein Schaustück zu restaurieren, sondern einen Ofen, der auch be- und genutzt werde. "Es ist ein Glücksfall für uns, dass wir Hans-Jürgen Kappert als städtischen Backofenverwalter gefunden haben, der sich mit Leib und Seele für diese Tradition einsetzt." Bei der Sanierung machten sich neben der Firma Hans Maurer und Kappert auch Stefan Zimmermann vom Bauhof verdient, lobte der Rathauschef. Es seien nur natürliche Werkstoffe verbaut worden. Troppmann kann sich vorstellen, dass ab nächstem Jahr alle vier bis sechs Wochen der Ofen angeheizt wird. Jeder, der möchte, solle sein Brot gegen einen Obolus backen lassen. Zur Kirchweih solle es Kirwa-Dotsch geben. Als Dank für die unermüdliche Arbeit verlieh der Bürgermeister an Kappert mit einer Urkunde den Titel eines Backofenverwalters ehrenhalber.
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