Brücken werden zu Spardosen

Die Kosten für eine gründliche Instandsetzung der beiden Brücken, die Mühlberg mit dem Stadtzentrum verbinden, treiben den Stadträten den kalten Schweiß auf die Stirn. Bild: spz

Die Kreisstadt ist rundum mit Brücken reich gesegnet. Nun droht die wasser- und talreiche Umgebung für das Stadtsäckel mehr zum Fluch als zum Segen zu werden.

Die Instandhaltungskosten für die Bauwerke sorgen beim Stadtrat für Kopfzerbrechen. Die Brücken müssen alle sechs Jahre gründlich inspiziert werden. Dabei wird der Zustand mit Blick auf Standsicherheit und verkehrsrechtlicher Nutzung ermittelt. Im Sommer war es bei sechs Brücken wieder soweit.

Sechs Übergänge

Das Ergebnis der Gutachten stellten Nancy Kuthan und Peter Knijnenburg im Bauausschuss vor. Im Gesamten gesehen befänden sich die untersuchten Bauwerke "noch in einem ausreichenden, zufriedenstellenden Zustand" urteilte das Wunsiedeler Ingenieurbüro. Es hatte die Brücken über die Floß mit Zufahrt Fabrikstraße, über die Waldnaab in der Adolf-Kolping-Straße plus die anschließende über die Bahn in Richtung Mühlberg sowie die über die Floß im Mühlbergweg beim Sägewerk und die über die Waldnaab in Hammerharlesberg unter die Lupe genommen.

Allerdings fanden die Experten unterschiedliche Schäden an den einzelnen Bauwerken, zum Beispiel im Auflagenbereich, bei Fugenbändern und Kappenfugen sowie bei den Fahrbahnbelägen. Dazu kommen Probleme im Mauerwerk, teils umfangreicher Bewuchs und Korrosion von Fuß- und Lagerplatten.

Kopfschmerzen bereiten den Verantwortlichen vor allem die beiden Brücken über die Waldnaab und die Bahnbrücke. Um die Zufahrt zwischen Mühlberg und Stadt bei Sanierungsarbeiten nicht komplett zu sperren, muss sich das Gremium demnächst nicht nur um eine kostengünstige, sondern vor allem auch logistische Lösung des komplexen Problems kümmern.

Insgesamt 500 000 Euro

Knijnenburg schätzt die Kosten für die Absicherung des derzeitigen Zustandes, bis eine Grundinstandsetzung bei der Waldnaabbrücke angegangen wird, auf 29 000 Euro. Eine Sanierung von Grund auf müsse man mittelfristig angehen. Die koste um die 345 000 Euro. Dazu kämen für die komplette Überholung der Bahnbrücke noch einmal 145 000 Euro. Kurzfristige Maßnahmen seien hier mit 10 000 Euro zu erledigen. Mit solchen Brocken hatte niemand gerechnet. Da diese beiden Überführungen aber höchste Priorität haben, war der Bauausschuss mit dem Vorschlag des Bürgermeisters einverstanden, vorerst mit günstigen Kosten die beiden Brücken zu erhalten und die nötigen Mittel in den Haushalt 2015 einzustellen. Um einen sicheren Zustand aller Überführungen zu erhalten, müssen in den folgenden Haushaltsjahren Gelder eingeplant werden.
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