CSU-Kreistagsfraktion will Neubau, der sich ins Stadtbild einfügt - Hohe Investitionen, weniger ...
"Kobel" in Neustadt soll fallen

Für viele ist das Dienstgebäude am Hohlweg beim Lobkowitzerschloss, im Volksmund nur verächtlich "Kobel" genannt, ein Schandfleck. Er beherbergt 75 Mitarbeiter, einige Büros sind doppelt, ja sogar dreifach besetzt. Wenn es nach dem Willen der CSU-Kreistagsfraktion geht, muss das Gebäude einem Neubau weichen, der sich auch harmonisch in das Stadtbild einfügt. Bild: ms

Schon seit Jahren wird über eine Sanierung des Verwaltungsgebäudes Am Hohlweg diskutiert. Am Wochenende machte die CSU-Kreistagsfraktion in der Klausursitzung in Schwandorf Nägel mit Köpfen: Der "Kobel", wie die Neustädter das Bürohaus des Landratsamtes nennen, soll abgebrochen und an der selben Stelle neu aufgebaut werden.

Landrat Andreas Meier sieht darin einen großen Schritt in Richtung moderne Dienstleistungsbehörde. Er kündigte am Montag bei der Vorstellung der Ergebnisse einen Architektenwettbewerb an. "Man zementiert keinen Schandfleck." Schon am Donnerstag werde Kreisbaumeister Werner Kraus im Bau- und Vergabeausschuss des Kreistages eine Machbarkeitsstudie vorstellen.

Service für die Bürger

Auch für Fraktionssprecher Stephan Oetzinger ist das Millionenprojekt eine große Chance, endlich die seit Jahren bei den Bürgerbefragungen immer wieder geforderte Anlaufstelle für die Besucher des Landratsamtes einzurichten und so die führende Rolle des Landratsamtes als Service- und bürgerorientierte Behörde zu steigern. Alle publikumsintensiven Abteilungen könnten barrierefrei zugänglich werden. Auch stellvertretender Landrat Albert Nickl sprach von einer Fortentwicklung der Kreisbehörde.

Der Haushalt 2015 sieht laut Oetzinger Investitionen von elf Millionen Euro vor. 3,3 Millionen fließen in den Hochbau und 7,5 Millionen in den Tiefbau. Schwerpunkte seien die gemeinsame Atemschutzstrecke mit Weiden und eventuell Tirschenreuth, der Einstieg in die Sanierung des Gymnasiums Neustadt sowie die Heizzentrale für das Landratsamt und das Berufliche Schulzentrum auf dem Felix. Im Tiefbau bilden die Ortsdurchfahrt Münchsreuth (1 Million Euro), der Ausbau Hagendorf-Miesbrunn (1 Million Euro), die Pfreimdbrücke bei Burgtreswitz (2,6 Millionen Euro) und der Ausbau Lerau-Oberlind (2,2 Millionen Euro) die Schwerpunkte.

Einstimmig fiel die Entscheidung für eine Beibehaltung der Kreisumlage bei 45 Prozentpunkten. Dies lasse auch den Kommunen genügend eigene Spielräume, sagte Oetzinger, selbst Bürgermeister in Mantel. Ziel sei es, auch in den nächsten Jahren den Hebesatz bei 45 Prozent zu belassen und so Planungssicherheit zu geben.

Papierlose Verwaltung

Trotz der hohen Investitionen baue der Landkreis 2015 die Schulden weiter ab - von 11 auf nur noch 9,5 Millionen Euro bis zum Jahresende. In dem Zusammenhang dankte Landrat Meier seinem Vorgänger Simon Wittmann, der ihm eine solide finanzielle Basis hinterlassen habe. Wie wichtig dies sei, zeige ein Blick in die Nachbarschaft.

Der Landkreischef setzt auf die papierlose Verwaltung und kündigt Schritt für Schritt die Digitalisierung des Landratsamtes an. Im Gespräch mit dem Schwandorfer Landrat Thomas Eberling erörterten die Neustädter Kreisräte zahlreiche Anknüpfpunkte einer Zusammenarbeit, etwa beim ÖPNV. Angestrebt werde eine bessere Anbindung der Region in Richtung Regensburg.
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