Das Berufliche Schulzentrum Neustadt hat beides im Stundenplan
Fast Food trifft Vollkost

Hildegard Elsner. Bild: Götz
Burger, Pizza, Pommes - in einer Zeit, in der alles schnell gehen muss, bleibt auch für das Essen nicht mehr viel Zeit. Zwischendurch ein Snack, dann geht es auch schon wieder weiter mit dem nächsten Termin. Ist denn eine Ausbildung im Bereich Ernährung überhaupt noch zeitgemäß? Hat es denn noch Sinn, sich mit richtiger Ernährung zu beschäftigen, wo einem doch alles schon nahezu vorgekaut geliefert wird?

Gesundes Essen für alle

"Fast Food gehört dazu", sagt Hildegard Elsner, Lehrerin für den Fachbereich Hauswirtschaft/Ernährung und Versorgung am Beruflichen Schulzentrum in Neustadt (BSZ). "Man muss es nur kritisch hinterfragen." Wenn man denn schon in der Mittagspause auf einen Hamburger zurückgreift, dann sollte dieser auch in den Tagesspeiseplan mit eingebaut werden. Soll heißen: "Abends vielleicht dann mit einem Salat ausgleichen oder statt eines Soft Drinks ein Wasser zum Fast Food essen." Den schnellen Snack in der Mittagspause also abends wieder aufwerten.

An 48 Schüler vermitteln Elsner und ihre Kollegen ihr Wissen im Bereich Ernährung und Verpflegung. Seit Juni 2012 auch mit einem neuen Lehrplan. Seitdem haben Schüler auch die Möglichkeit, zusätzlich Wahlpflichtfächer zum Stundenplan zu wählen. "Wenn jemand zum Beispiel später einmal in der Hotelbranche arbeiten möchte, kann er das Fach Hotel und Gastronomie dazunehmen. Oder für den landwirtschaftlichen Unternehmerhaushalt gibt es Unterrichtseinheiten zu Direktvermarktung oder Vorratshaltung."

Doch es gibt auch die andere Seite der Ernährung. Nämlich die der bewussten und gesunden. Leichte Küche oder Vollkornernährung haben ebenso Einzug in den Lehrplan gefunden wie der kritische Umgang mit Convenience Food (zubereitungs-, verzehrfertig-, küchen-, gar-, aufguss-/anrührfertige Nahrung oder Instantgerichte, Anm. d. Red.). "Wir passen uns immer wieder an Neuerungen an", sagt Elsner.

Trotz Fast Food, Tiefkühlkost und Fertigprodukten ist die Ausbildung im Bereich Ernährung dennoch zeitgemäß. "Denn das Wissen, das wir vermitteln, ist ja nicht nur für den Privathaushalt, sondern auch für Großküchen, Kantinen oder Altenheime." Außerdem gebe es Bevölkerungskreise, die wieder mehr Wert auf gesunde und richtige Ernährung legen. Zum Beispiel junge Familien, "das kommt wieder". Auch die Verpflegung in Kindergärten und Schulen sei wichtig: "Von Anfang an bekommen Kinder dort gesundes Essen."

Wöchentliches Rezept

Für die Fastenzeit liefert uns die Fachbereichsleiterin Ernährung und Versorgung Hildegard Elsner jede Woche ein Rezept (siehe Kasten) . Aber was ist eigentlich ein "Fastenrezept"? "Das definiert jeder anders", weiß Elsner. Deswegen sind die Rezepte, die die Fachbereichsleiterin dem NT schickt, sättigend und umgehen das Hungergefühl. Die Mahlzeiten sind demnach ballaststoffreich, haben nicht zu viele Kalorien, dafür aber viel Vitamin C. "Wichtig ist: Wie viel esse ich davon?"
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