Den Naturpark gelebt

Simon Wittmann (Mitte) ist Ehrenvorsitzender des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald. Landrat und Nachfolger Andreas Meier (Zweiter von rechts) überreichte die Urkunde. Für Elisabeth Wittmann gab es Süßes aus dem Naturpark. Rechts der stellvertretende Tirschenreuther Landrat Dr. Alfred Scheidler, links Naturpark-Geschäftsführer Martin Koppmann. Bild: fz

Der bis Mai amtierende Landrat Simon Wittmann ist unbestritten der erfolgreichste Naturpark-Vorsitzende seit der Gründung. Seine Prämisse "Dort leben und arbeiten, wo andere Urlaub machen" ist nicht nur ein Slogan, Wittmann hat ihn in 18 Jahren jeden Tag mit Leben erfüllt.

(fz) Den Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald gibt es seit 1975. Seitdem ist das Bewusstsein für Regionalität stark gestiegen. Nun hat der Naturpark erstmals einen Ehrenvorsitzenden: Simon Wittmann.

Von 1996 bis Ende seiner Amtsperiode als Landrat zum 30. April 2014 hat es Wittmann in 18 Jahren mit einer klaren Vision und Beharrlichkeit geschafft, dass der Naturpark zu einem "Qualitätssiegel" geworden ist. Dass der Rauhe Kulm heuer zum schönsten Naturwunder Deutschlands gewählt wurde, ist das Sahnehäubchen.

Musik von Holler

In Anerkennung dieser Lebensleistung hat die Mitgliederversammlung den Tännesberger einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Am Donnerstagabend erfolgte die Übergabe der Urkunde in der Schlosskapelle. Regionalität auch bei der musikalischen Umrahmung durch die "Lobkowitzer Schlossmusik", denn Martina Brenner, Reinhold Maß und Willibald Würth spielten Werke des aus Sperlhammer (Markt Luhe-Wildenau) stammenden Komponisten Georg Augustin Holler (1744 - 1814).

Wittmanns Nachfolger als Landrat und Naturpark-Chef Andreas Meier führte Etappen von Wittmann an wie etwa den Dialog mit der Landwirtschaft, den dieser mit Fingerspitzengefühl und Diplomatie bei der Erweiterung des Parks gemeistert habe. In Wittmanns Amtszeit fand bei Investitionen von 14,5 Millionen Euro bei einem Fördervolumen von 8 Millionen Euro eine gewaltige Wertschöpfung in der Region statt.

Meier erwähnte sieben hochrangige Auszeichnungen für den Naturpark bei Bundeswettbewerben sowie den Titel der "Nationalen Naturparklandschaft 2008". All das zeige, dass sich der Park zu einem Träger regionaler Strukturpolitik entwickelt habe, der mittlerweile alle Gesellschaftsbereiche in Akzeptanz und Mitarbeit einbeziehe.

Der Naturpark belege bayern- und bundesweit einen der vorderen Plätze beim Innen- wie Außenmarketing. Der flächendeckende Aufbau einer Produktvermarktungsstruktur unter dem Label des Naturparks mit Ausdehnung auf die gesamte Metropolregion Nürnberg sei ein weiterer Meilenstein.

Dr. Alfred Scheidler betonte als stellvertretender Landrat von Tirschenreuth, dass der Landkreis Mitglied im Naturpark sei und davon profitiere. Dessen Kapital seien eine "intakte Landschaft und das Engagement einer fleißigen Bevölkerung". Wittmann habe diese Potenziale erkannt und langfristig gesichert. "So ist der Naturpark zu einem Begriff in Deutschland geworden."

Leise Weiterentwicklung

Wittmann gestand, dass er sich über die Auszeichnung freue. Sei Mai fahre er fast jeden Tag mit dem Rad durch das Naturparkgebiet. Da sei ihm noch mehr bewusst geworden, "wie schön es hier ist". "Das, was wir hier aufgebaut haben und erhalten, ist Kulturlandschaft." Der Naturpark ist nach seinen Worten kein Konservieren, sondern "leises Weiterentwickeln" und der Erhalt der Lebensgrundlage. Aus diesem Bewusstsein sei es gelungen, ein Selbstbewusstsein in der Region und für diese zu schaffen.
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