Der mit der großen Ratsche

Ohne die Unterstützung von Mathias Brewitzer (links) wäre der Prunkwagen wohl nicht fahrtauglich. Vorsitzender Michael Hierold (rechts) durfte drei Wochen lang eine Werkstatthalle und das Werkzeug des Neustädter Unternehmers für Reparaturen nutzen.

"Beim Faschingszug sind wir schon immer dabei", sagt Mathias Brewitzer lachend. Seit der Wiedergründung im Jahr 1950 ist der Senator des Vereins Neustädter Faschingszug in den verschiedensten Funktionen aktiv gewesen.

Der Neustädter Unternehmer, der am Faschingssonntag 80. Geburtstag feiert, hat für die Aktiven immer ein offenes Ohr, wenn seine Hilfe gefragt ist. So liefert er zum Sommerfest "Die Naab brennt" oder für die Kinderbelustigung beim Bürgerfest den Sand in einem großen Container für die "Schatzsuche". Ohne die schweren Lastwagen des Abfallentsorgungsunternehmens wäre diese Spielstation wohl kaum realisierbar.

Für die After-Zug-Party stellt Brewitzer einen Lader zur Verfügung, mit dem der Bauzaun zur Absperrung des Festgeländes aufgebaut wird. Die Brewitzer-Zoiglstube zählt seit jeher zu einem der Stammlokale des Faschingsvereins.

Im Juli hat der Jubilar und frühere Stadtrat dem Verein für drei Wochen eine seiner Werkstatthallen zur Verfügung gestellt. Vorsitzender Michael Hierold hatte zusammen mit Bernhard Lang den Prunkwagen auf Vordermann gebracht. Zweieinhalb Wochen Urlaub hat der Narrenchef dafür hergenommen. Der Kfz-Meister erneuerte mit seinem Helfer die gesamte Bremsanlage, zog neue Reifen auf und reparierte noch so einiges mehr. "Technisch ist der Wagen jetzt wieder soweit fit."

Hilfsbereit auch mit fast 80

"Wenn uns Mathias Brewitzer nicht seine Halle und sein gesamtes Werkzeugsortiment kostenfrei zur Verfügung gestellt hätte, wäre das nicht gegangen." Für den Jubilar ist das eine Selbstverständlichkeit. "Wir machen das aus Liebe zum Verein und zum Fasching. Da sind wir gerne hilfsbereit in allen Lagen", sagt der Unternehmer, der sich auch auf die Mobilmachung am Samstag freut. Dann wird er mit seinen Riesen-Ratschen für Stimmung sorgen. "Das macht immer noch Spaß."

Untergestellt ist der Prunkwagen während des Jahres bei Karl Wagner in Schönbrunn bei Floß. Am Samstag vor dem Ostbayerischen Faschingszug in Sulzbach-Rosenberg haben ihn Hofkutscher Florian Scheidler und Hierold zum Rastenhof gebracht. Elferrat, Prinzenpaar und Vorstand erledigten dort die letzten Vorbereitungen für die insgesamt drei Einsätze.

Gut gerüstet

Das Stromaggregat funktioniert. Die Musikanlage ist überprüft, und an den Seitenwänden prangt der Schriftzug des aktuellen Herrscherpaares. So gerüstet steht dem großen Umzug am Sonntag durch die Kreisstadt nichts mehr im Weg.

Von der Inneren Flosser Straße über die Knorrstraße und den Stadtplatz hinunter in die Freyung und retour rollt der Gaudiwurm mit fast 1000 Teilnehmern. Endpunkt ist in der Knorrstraße auf Höhe der Sparkasse. Von dort ist der Weg zur After-Zug-Party im Parkdeck nicht weit.

14 000 Packungen Chips aus einer Fabrik in Neunburg vorm Wald und 8000 Päckchen Popcorn als Wurfmaterial sind eingelagert. Die Zugteilnehmer können sich davon am Samstag zwischen 11.30 und 12 Uhr einen Teil abholen. Nach dem großen Auftritt kommt der Prunkwagen am Faschingsdienstag noch einmal beim Gaudiwurm in Plößberg zum Einsatz. Dann wird er wieder eingemottet - bis zur nächsten Saison.
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